SK Hynix ist am heutigen Montag kräftig unter Druck geraten. Die Aktie fiel im koreanischen Handel zeitweise um mehr als fünf Prozent, der Gesamtmarkt KOSPI rutschte zur Eröffnung um über drei Prozent ab. Auslöser waren neue Angriffe auf Saudi-Arabien und die Straße von Hormus, die laut Reuters die Ölpreise um mehr als 3 US-Dollar nach oben trieben.
Zusätzlich belastete ein überraschend fester US-Inflationswert vom Freitag die Stimmung: Die Kerninflation stieg im August um 0,3 Prozent zum Vormonat, stärker als von Analysten mit 0,2 Prozent erwartet. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung durch die Fed beim Septembertermin sprang daraufhin von rund 60 auf etwa 87 Prozent.
Kurs gibt deutlich nach
Der aktuelle Kurs von SK Hynix notiert bei 1.734.000 Won und liegt damit 4,3 Prozent unter dem Vortagesniveau. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,8 Prozent zu Buche, während sich die Aktie über 30 Tage noch mit einem Plus von 5,4 Prozent behauptet.
Der starke Ausschlag reiht sich in eine Serie von Verlusttagen am koreanischen Aktienmarkt ein, nachdem der KOSPI bereits am Freitag um 1,76 Prozent nachgegeben hatte. Ausländische Investoren zogen sich zuletzt in großem Stil zurück und verkauften SK-Hynix-Papiere im Volumen von umgerechnet über einer Billion Won, während heimische Kleinanleger gegenhielten.
Trotz des scharfen Tagesverlusts bleibt der längerfristige Aufwärtstrend intakt: Der Titel notiert noch immer rund 29 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt und hat sich seit Jahresbeginn um 167 Prozent verteuert. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von knapp 2,987 Millionen Won beträgt allerdings bereits 42 Prozent – ein Zeichen dafür, wie volatil die jüngste Rally verlaufen ist.
Widerstand gegen KEPCO-Vorauszahlung
Neben den makroökonomischen Turbulenzen sorgt eine unternehmensspezifische Entwicklung für Gesprächsstoff: Samsung Electronics und SK Hynix haben einen Vorschlag des staatlichen Stromversorgers Korea Electric Power (KEPCO) abgelehnt, fünf Jahre Stromrechnungen im Voraus zu begleichen.
KEPCO hatte laut Berichten vom Wochenende von Samsung rund 20 Billionen Won und von SK Hynix etwa 5 Billionen Won verlangt – jeweils orientiert an den Stromzahlungen des Jahres 2025. Mit dem Geld wollte der Versorger Investitionen in die Halbleitercluster Yongin und Honam finanzieren.
KEPCO sitzt auf Schulden von 210,7 Billionen Won zum Ende Juni und zahlt täglich rund 11,5 Milliarden Won an Zinsen. Beide Chiphersteller begründeten ihre Ablehnung unter anderem mit der Unsicherheit über die Nachhaltigkeit des KI-Booms – eine bemerkenswerte Zurückhaltung angesichts der sonst optimistischen Branchenlage.
Marktanteil sinkt, Umsatz steigt kräftig
Zusätzliche Relevanz erhält die Nachrichtenlage durch aktuelle Marktdaten von TrendForce: Der weltweite DRAM-Marktanteil von SK Hynix fiel im zweiten Quartal auf 24,9 Prozent, nach 28,8 Prozent im ersten Quartal. Gleichzeitig legte der Umsatz im Speicherbereich um 37,9 Prozent auf 38,59 Milliarden US-Dollar zu.
Samsung Electronics bleibt mit 39,4 Prozent Marktführer, gefolgt von Micron mit 23,3 Prozent. SK Hynix hatte im ersten Quartal 2026 einen weltweiten Marktanteil von 58 Prozent am globalen HBM-Markt gehalten – ein Beleg dafür, wie stark das Unternehmen im Bereich High-Bandwidth-Memory positioniert ist, selbst wenn der Gesamt-DRAM-Anteil zuletzt zurückging.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Kurzfristig dominieren geopolitische Risiken und Zinssorgen das Kursbild, während der Widerstand gegen KEPCO auf eine vorsichtigere Investitionshaltung der Chipkonzerne hindeutet. Die anstehende Fed-Sitzung am 15. und 16. September dürfte die Richtung der kommenden Handelstage maßgeblich mitbestimmen.
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