Silber Preis: Warsh bremst Rallye auf 57,96 Dollar

Fed-Chef Warsh dämpft Zinssenkungshoffnungen, schwache Konjunkturdaten aus Eurozone und China belasten zusätzlich den Silberpreis.

Auf einen Blick:
  • Silber fällt unter 58 Dollar
  • Fed signalisiert keine Zinssenkung
  • Industrieproduktion in Europa sinkt
  • Chinas Wachstum schwächer als erwartet

Eigentlich müssten schwächere Inflationsdaten den Silberpreis beflügeln. Am Mittwoch passierte das Gegenteil: Silber rutschte auf 57,96 US-Dollar ab. Der Grund liegt nicht in der Wirtschaftslage, sondern in den Worten eines einzigen Mannes.

Gute Zahlen, harte Worte

Die US-Verbraucherpreise legten im Juni nur um 3,5 Prozent zu. Erwartet hatten Ökonomen 3,8 Prozent. Im Monatsvergleich sanken die Preise sogar um 0,4 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit vier Jahren.

Auch die Erzeugerpreise überraschten. Sie fielen im Juni um 0,3 Prozent zum Vormonat. Das ist der kräftigste Rückgang im bisherigen Jahr 2026. Normalerweise nähren solche Daten Hoffnungen auf Zinssenkungen und stützen Edelmetalle.

Diesmal blieb die Reaktion aus. Fed-Chef Warsh stellte klar: Die Notenbank sei mit dem Rückgang noch nicht zufrieden. Die Preisstabilität sei noch nicht erreicht. Es gebe „keine Toleranz für anhaltend hohe Inflation“.

Der Dollar bleibt stark

Die Marktreaktion fiel gespalten aus. Für Juli sank die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf unter 17 Prozent. Für September rechnen Marktteilnehmer aber weiterhin mit 60 bis 65 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt nach oben.

Diese Erwartung stützt den Dollar. Der Dollar-Index stabilisierte sich bei rund 100,9 Punkten. Für unverzinstes Silber bedeutet ein starker Dollar direkten Gegenwind.

Technisch zeigt sich das Bild ebenfalls angeschlagen. Silber notiert an der Terminbörse COMEX aktuell unter seinen wichtigen gleitenden Durchschnitten.

Schwache Industrie, geopolitisches Risiko

Silber ist nicht nur Edelmetall, sondern auch Industriemetall. Photovoltaik und Halbleiterproduktion verbrauchen große Mengen davon. Entsprechend wichtig sind Konjunkturdaten aus den großen Industrieregionen.

Die Eurozone enttäuschte: Die Industrieproduktion sank im Mai überraschend um 0,2 Prozent. China wuchs im zweiten Quartal 2026 nur um 4,3 Prozent – langsamer als von Analysten erwartet. Beide Signale dämpfen die Nachfrageerwartungen für das Industriemetall Silber.

Hinzu kommt geopolitische Unsicherheit rund um die Straße von Hormus. Während sie den Ölpreis stützt, wirkt sie auf Silber gegenteilig. Investoren bevorzugen in solchen Phasen offenbar liquide Mittel statt Edelmetallpositionen.

Die nächsten Marken

Nach dem Rutsch unter 58,00 US-Dollar rückt eine neue Unterstützung in den Blick. Sie liegt bei 57,26 US-Dollar. Hält diese Marke nicht, sehen Marktbeobachter Abgaben bis in den Bereich von 55,00 US-Dollar als Risiko.

Auf der Oberseite bleibt die Marke von 58,70 US-Dollar entscheidend. Erst eine Rückeroberung dieses Niveaus würde eine Stabilisierung des Silberpreises signalisieren.

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