Die Zurückweisung eines iranischen Vorschlags durch US-Präsident Trump hat den Silbermarkt am gestrigen Montag spürbar belastet. Die geopolitische Verhärtung schürte an den Rohstoffmärkten neue Befürchtungen über steigende Ölpreise und fachte damit die Inflations- und Zinssorgen der Anleger schlagartig wieder an.
Vor diesem Hintergrund gerieten die Notierungen unter deutlichen Abgabedruck. Am gestrigen Montag sank der Schlusskurs um 5,7 Prozent auf 61,03 USD je Feinunze.
Damit drehte die Stimmung an den Rohstoffmärkten innerhalb weniger Tage. Zu Beginn der vergangenen Woche hatten zeitweise nachgebende Ölpreise die Teuerungsängste noch gemildert, während Investoren die diplomatischen Bemühungen rund um den Iran-Konflikt am Rande der UN-Sitzungen aufmerksam verfolgten.
Der politische Dämpfer zu Wochenbeginn setzte dieser Erholungshoffnung jedoch ein Ende und lenkte den Fokus der Marktteilnehmer wieder voll auf die geopolitischen Risiken im Nahen Osten.
Zinssorgen und fester US-Dollar belasten
Die geopolitische Zuspitzung trifft das Edelmetall in einer Phase ausgeprägter Zinsnervosität. Medienberichten zufolge kletterte die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve im Oktober bereits Mitte vergangener Woche auf rund 70 Prozent, nachdem sie am Vortag noch bei 55 Prozent gelegen hatte.
Angefacht wurde diese Erwartung durch falkenhafte Signale aus den Reihen der Notenbank sowie besser als erwartet ausgefallene Daten aus der US-Privatwirtschaft.
Die Kombination aus anziehenden Renditen für US-Staatsanleihen und einem erstarkenden US-Dollar hatte Silber bereits am Ende der vergangenen Handelswoche spürbar zurückgeworfen.
Höhere Zinsen und Renditen erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten unverzinster Edelmetalle, während ein fester Greenback den Rohstoff für Käufer außerhalb des US-Währungsraums verteuert. Diese makroökonomischen Faktoren drängen das Edelmetall seither kontinuierlich in die Defensive.
Fundamentale Lage und wichtige Konjunkturtermine
Dass der Verkaufsdruck so vehement durchschlägt, steht in deutlichem Kontrast zur physischen Marktlage. Medienberichten zufolge gilt das Angebot weiterhin als strukturell angespannt.
Kumulierte Marktdefizite und eine robuste Nachfrage treffen auf eine Produktion, die nur träge reagiert, weil Silber überwiegend als Nebenprodukt beim Abbau anderer Metalle gewonnen wird. Kurzfristig verpufft diese Unterstützung jedoch an den charttechnischen Hürden.
Wie das Handelsblatt berichtete, hatte sich Silber zwar nach einem Tief im Juli erholt, scheiterte zuletzt aber wiederholt an der Marke von 70 US-Dollar je Unze. Gegenüber dem im Januar markierten Rekordhoch von fast 122 US-Dollar je Unze bleibt das Metall deutlich zurück. Seit Jahresanfang verzeichnet Silber ein Minus von 14 Prozent.
Für die weitere Richtung am Markt dürften in den kommenden Tagen vor allem neue Wirtschaftsdaten aus Washington ausschlaggebend sein. Die Anleger blicken gespannt auf den anstehenden US-PCE-Preisindex und den Arbeitsmarktbericht für September.
Beide Veröffentlichungen gelten als zentrale Gradmesser für den künftigen Zinskurs der Federal Reserve. Sollten die Zahlen den Zinserhöhungskurs untermauern, droht dem Edelmetall weiterer Gegenwind. Fallen die Daten dagegen schwächer aus, erhielte der Silberpreis die Chance auf eine technische Erholung.
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