Sinkende Renditen bei US-Staatsanleihen und nachgebende Ölpreise haben den Silberpreis am Freitag gestützt. Nach einer Phase spürbarer Kursschwankungen fasste das Edelmetall im europäischen Handel wieder Tritt. Händler blickten erleichtert auf die Entlastung an den Rohstoff- und Anleihemärkten.
Zum Handelsschluss am Freitag stand der Preis für eine Feinunze an der COMEX bei 66,78 USD. Das entsprach einem Anstieg von 1,6 % gegenüber dem Vortag. Damit setzte sich die kurzfristige Erholungsbewegung zum Ausklang der Handelswoche fort.
Verantwortlich für die jüngste Gegenbewegung war vor allem das veränderte makroökonomische Umfeld. Wenn Renditen von Staatsanleihen nachgeben, verringern sich die Opportunitätskosten für zinslose Edelmetalle wie Silber. Parallel dazu dämpfte der Rückgang der Energiepreise die Sorgen vor einem anhaltend starken Inflationsdruck.
Zinsängste belasteten zuvor das Marktumfeld
Noch in den vorangegangenen Tagen hatte sich das Geschehen am Silbermarkt deutlich turbulenter gestaltet. Vor allem heiße US-Inflationsdaten hatten Spekulationen geschürt, dass die Zinspolitik der US-Notenbank weiterhin restriktiv bleiben könnte. Dies hatte den Druck auf das Edelmetall spürbar erhöht.
In der Folge war der Silberpreis ab dem 11. September deutlich eingebrochen. Medienberichten zufolge fiel die Notierung innerhalb weniger Tage von rund 68,50 USD auf knapp 64 USD je Feinunze zurück. Ein zwischenzeitlich stärkerer US-Dollar und anziehende Zinsen hatten diese Verkaufswelle zusätzlich beschleunigt.
Zinsrisiken und Währungsschwankungen bleiben damit die dominierenden Einflussfaktoren für den weiteren Verlauf. Marktteilnehmer reagierten in den vergangenen Wochen sehr empfindlich auf makroökonomische Datenpunkte. Jede neue Einschätzung zur US-Geldpolitik führte umgehend zu deutlichen Ausschlägen bei den Edelmetallpreisen.
Orientierung an technischen Marken
Mit der Gegenbewegung am Freitag konnte das Edelmetall wieder etwas Abstand zu den jüngsten Tiefständen gewinnen. Der Kurs notiert mit dem jüngsten Anstieg über dem 50-Tage-Durchschnitt, der bei 64,34 USD verläuft. Diese Marke bietet den Marktteilnehmern eine wichtige Orientierung für den kurzfristigen Trend.
Medienberichten zufolge zeichnet sich für den Silberpreis zunächst eine Handelsspanne zwischen 62,50 und rund 73 USD ab. Die Entwicklung der kommenden Tage dürfte weiterhin maßgeblich von den Erwartungen an die Zinspolitik und den künftigen Konjunkturdaten aus den USA geprägt werden.
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