Silber Preis: Rückgang am 13. Juli 2026

Trotz Eskalation im Nahen Osten fällt der Silberpreis. Ein starker Dollar und steigende Zinserwartungen setzen dem Edelmetall zu.

Auf einen Blick:
  • Silberpreis gibt trotz Nahost-Krise nach
  • Starker Dollar und steigende Renditen belasten
  • Fed-Zinserhöhung rückt wieder in den Fokus
  • Angebotsknappheit könnte mittelfristig stützen

Juli 2026 spürbar nachgegeben, obwohl die Eskalation im Nahen Osten eigentlich für Rückenwind bei Edelmetallen sorgen sollte. Grund für den Rückgang ist eine ungewöhnliche Gemengelage: Ein erstarkter US-Dollar, steigende Anleiherenditen und wachsende Erwartungen an eine weitere Fed-Zinserhöhung überlagerten die geopolitische Unsicherheit und drückten den Kurs deutlich nach unten, wie unter anderem CNBC TV18 und Rediff.com Business berichteten.

Vierte Angriffswelle auf Iran belastet die Märkte

Auslöser der Nervosität war die jüngste Eskalation zwischen den USA und Iran. Das US-Kommando CENTCOM beendete am 13. Juli laut Süddeutscher Zeitung eine vierte Angriffswelle gegen iranische Ziele, bei der Luftabwehrstellungen, Radaranlagen sowie Raketen- und Drohnenstandorte mit Präzisionsmunition getroffen wurden – erstmals kamen dabei auch schwimmende Drohnen zum Einsatz. Die iranischen Revolutionsgarden reagierten laut Die Presse mit Angriffen auf US-Ziele in Kuwait, Bahrain und Jordanien, während Jordanien nach eigenen Angaben vier Raketen abfing. Iran erklärte die Straße von Hormus für geschlossen, während CENTCOM laut mehreren internationalen Agenturmeldungen darauf beharrte, die Meerenge stehe weiterhin offen. UN-Generalsekretär Guterres zeigte sich laut Die Presse besorgt über die Eskalation und mahnte eine diplomatische Lösung an.

Die Unsicherheit trieb den Ölpreis kräftig nach oben: Brent-Rohöl legte laut wallstreetONLINE und Handelsblatt-Berichten um rund vier Prozent auf knapp 79 US-Dollar je Barrel zu, WTI zog ähnlich stark an. Normalerweise würde ein solcher Inflationsschub Edelmetalle als Absicherung begünstigen. Diesmal überwog jedoch die Sorge vor einer restriktiveren Geldpolitik: Der Dollar-Index kletterte auf über 101 Punkte, während die US-Renditen anzogen – die Zweijahresrendite lag bei 4,23 Prozent, die Zehnjahresrendite bei 4,58 Prozent und die 30-jährige Anleihe bei gut fünf Prozent, wie Bloomberg HT vermeldete.

Fed-Erwartungen und Inflationsdaten im Fokus

Im Zentrum der Anlegeraufmerksamkeit steht nun der Auftritt von Fed-Chef Warsh vor dem Kongress am Dienstag, ergänzt durch die anstehenden US-Verbraucherpreisdaten. Laut Political Risk Wire und Market News Board rechnen Marktteilnehmer bei der Kerninflation mit einem Anstieg von 0,3 Prozent im Monatsvergleich – ein Wert, der die Erwartung eines weiteren Fed-Zinsschritts stützen würde. Die nächste Fed-Sitzung ist laut Yahoo Finanzen für Ende Juli terminiert. Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten mit lediglich 57.000 neu geschaffenen Stellen im Juni, auf die VietNamNet verwies, konnten die Zinssorgen bislang nicht zerstreuen, da die Fed-Protokolle laut Vietnam.vn zeigten, dass mehrere Notenbanker weiteren Erhöhungen offen gegenüberstehen.

Angebotsseite bleibt angespannt, Analysten uneins über Richtung

Parallel zur kurzfristigen Schwäche verweisen Marktbeobachter auf strukturelle Knappheit: Ein Bericht von portalderwirtschaft.de beschreibt Rekordimporte Chinas, die auf ohnehin knappe Lagerbestände treffen – ein Muster, das mittelfristig für Preisdruck nach oben sorgen könnte. Das Angebotsdefizit am Silbermarkt gilt trotz der jüngsten Korrektur als intakt.

Technisch zeichnen Analysten ein uneinheitliches Bild. Laut Investing.com konsolidiert der Silberpreis derzeit um seinen Wochenmittelwert, wobei ein Ausbruch über die Marke von 63,40 US-Dollar einen neuen bullischen Zyklus im Rahmen eines rund 90-tägigen Musters bestätigen würde. VietNamNet zitiert Marktbeobachter, die eine Unterstützung bei 57 US-Dollar und einen Widerstand bei 64,2 US-Dollar sehen, mit langfristigem Potenzial in Richtung 70 oder alternativ 50 US-Dollar. Die Presse ordnet die Entwicklung zudem in einen größeren Rahmen ein: Der Kurs hat sich gegenüber seinem diesjährigen Rekordhoch bereits mehr als halbiert, was Parallelen zu spekulativen Übertreibungen bei Halbleiteraktien nahelegt – getrieben von Fed-Straffung, Dollarstärke, Nachschussforderungen und Substitutionseffekten in der Solarindustrie.

Trotz der Turbulenzen sehen manche Marktteilnehmer die Korrektur als Chance: wallstreetONLINE berichtet, dass Silberminenwerte wie First Majestic Silver, Desert Gold und Strategy nach dem Rückschlag als historisch günstige Einstiegspunkte gehandelt werden. Wie sich die Gemengelage aus Nahost-Konflikt, Fed-Kurs und Inflationsdaten in den kommenden Tagen auflöst, dürfte maßgeblich darüber entscheiden, ob sich der Silberpreis stabilisiert oder die Verkaufswelle anhält.

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