Silber zeigt sich nach dem Rekordlauf der vergangenen Monate zunehmend nervös. Reuters berichtete Anfang September, das Edelmetall weise nach dem extremen Jahresverlauf technische Schwäche auf: Die Analysten der Agentur verorteten wichtige Unterstützungen bei 62,54 und 56,54 Dollar. Ein Bruch der Marke von 54,74 Dollar könnte demnach weitere Verluste bis 48,60 und 45,51 Dollar nach sich ziehen.
Die Warnung kommt nicht von ungefähr. Silber war zuvor auf über 120 Dollar je Feinunze geklettert, ehe der Preis auf unter 60 Dollar zurückfiel. Der Vermögensverwalter WisdomTree verwies dabei auf mögliche Nachfrageeffekte, die bei diesem Niveau einsetzen könnten – ein Hinweis darauf, dass Käufer bei fallenden Kursen zunehmend zurückhaltender werden, sobald bestimmte physische Schwellen erreicht sind.
Heftige Tagesschwankungen
Wie fragil die Lage derzeit ist, zeigen die Kursausschläge der vergangenen Handelstage. Medienberichten zufolge sackte der Silberpreis zeitweise um mehr als zwei Prozent ab, um kurz darauf um über vier Prozent zuzulegen. Solche Sprünge binnen weniger Tage sind für ein Edelmetall ungewöhnlich und deuten auf ein Umfeld hin, in dem sich Käufer und Verkäufer in etwa die Waage halten, ohne dass sich eine klare Richtung durchsetzt.
Der jüngste Handelstag bestätigt dieses Bild: Am Freitag schloss Silber bei 66,82 Dollar je Feinunze, ein Minus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht bewegte sich der Preis damit nahezu seitwärts. Der Kontrast zum 52-Wochen-Hoch bei 121,78 Dollar, das Ende Januar erreicht wurde, bleibt gewaltig – aktuell notiert Silber rund 45 Prozent darunter.
Erholung von den Sommertiefs
Trotz der jüngsten Rücksetzer hat sich Silber von seinen Sommertiefs im Bereich zwischen 56 und 60 Dollar deutlich erholt. Der August endete bei gut 66 Dollar je Unze, was zeigt, dass das Metall nach dem Absturz von den Rekordständen zumindest eine gewisse Stabilisierung gefunden hat. Diese Erholung bleibt jedoch fragil, solange die von Reuters genannten Unterstützungszonen nicht nachhaltig verteidigt werden.
Für Anleger bedeutet das: Die kommenden Handelstage dürften zeigen, ob sich Silber auf dem aktuellen Niveau stabilisieren kann oder ob der von Reuters skizzierte Abwärtspfad in Richtung 54 Dollar und darunter tatsächlich Realität wird. Die hohe Schwankungsbreite der vergangenen Woche spricht dafür, dass beide Szenarien derzeit im Markt eingepreist werden – eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung steht noch aus.
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