Steigende Renditen von US-Staatsanleihen haben den Silberpreis zum Start in den Oktober spürbar belastet. Vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für September am heutigen Freitag geriet das Edelmetall in die Nähe der Marke von 60 US-Dollar je Feinunze. Zwar waren zuvor Erwartungen an weitere Zinsschritte am Markt gedämpft worden, doch der Renditeanstieg bei festverzinslichen US-Papieren hielt das zinslose Metall fest im Griff.
Am Mittwoch ging der Terminkontrakt an der COMEX mit einem Minus von 1,8 Prozent bei 60,76 US-Dollar je Feinunze aus dem Handel. Auf Sicht von 30 Tagen summiert sich der Rückgang damit auf 7,8 Prozent.
Investoren ziehen Mittel aus ETCs ab
Die jüngste Kursschwäche spiegelt sich auch im Verhalten europäischer Anleger wider. Nach Angaben der Deutschen Börse flossen in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres netto 1,6 Milliarden Euro aus Silber-ETCs ab.
Während der Silberpreis über weite Strecken in einer Seitwärtsbewegung verharrte, trennten sich Investoren kontinuierlich von verbrieften Beständen. Medienberichten zufolge sorgten neben den Renditen von US-Anleihen auch zwischenzeitliche Aufwertungen des US-Dollars für anhaltenden Gegenwind am Rohstoffmarkt.
Trotz dieser Abflüsse bleibt das physische Umfeld von einer fundamentalen Verknappung geprägt. Eine im Frühjahr vorgelegte Erhebung des Silver Institute und des Analysehauses Metals Focus veranschlagte für das Gesamtjahr 2026 ein Marktdefizit von 46,3 Millionen Unzen bei einem weltweiten Gesamtangebot von 1.066,4 Millionen Unzen.
UBS rechnet mit Erholung bis Jahresende
Auf der Analystenseite überwiegt ungeachtet der jüngsten Korrektur der Optimismus. Die Schweizer Großbank UBS hielt am Mittwoch an ihrer positiven Einschätzung für das Edelmetall fest. Die Experten rechnen damit, dass Silber weiterhin eng an die Entwicklung des Goldpreises gekoppelt bleibt. Zudem dürften sowohl die private Investmentnachfrage als auch der industrielle Bedarf dem Metall in den kommenden Monaten Unterstützung verleihen.
Bis Dezember 2026 prognostiziert die UBS einen Anstieg des Silberpreises auf 70 US-Dollar je Unze. Kurzfristig richtet sich der Blick der Händler jedoch vollständig auf die neuen Arbeitsmarktdaten aus den USA, die im Tagesverlauf über die weiteren Zinserwartungen und damit über die Richtung der Anleiherenditen entscheiden dürften.
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