Der Preis für Silber legte am Montag um 1,32 Prozent zu und erreichte 70,64 Dollar pro Unze. Die Erholung des weißen Edelmetalls erfolgte zeitgleich mit einem Anstieg bei Gold, nachdem der US-Dollar an Stärke verlor. Dennoch bleiben die Gewinne begrenzt, da steigende Energiepreise die Inflationssorgen schüren und die Erwartungen an Zinssenkungen durch die Federal Reserve weiter dämpfen.
Schwächerer Dollar unterstützt Edelmetalle kurzfristig
Die Nachgabe des US-Dollar machte in Dollar denominierte Rohstoffe für Käufer mit anderen Währungen erschwinglicher. Nicholas Frappell, Global Head of Institutional Markets bei ABC Refinery, erklärte zur Kursentwicklung: „Die Kursentwicklung von Gold in der vergangenen Woche deutete auf eine Reaktion auf ein überverkauftes Marktumfeld und eine mögliche Umkehr der jüngsten Rückgänge hin.“ Er betonte jedoch, dass diese Entwicklung durch die Preisentwicklung in dieser Woche bestätigt werden müsse.
Die Rohstoffmärkte stehen unter dem Einfluss rasant steigender Energiepreise. Brent Rohöl überschritt die Marke von 115 Dollar pro Barrel. Zuvor hatten die jemenitischen Huthi am Wochenende Angriffe auf Israel gestartet. Der Kontrakt ist im März bisher um 60 Prozent gestiegen – ein monatlicher Rekordzuwachs, der die Inflationssorgen verschärft.
Silber/USD Chart
Zinserwartungen belasten das unverzinste Edelmetall
Händler sehen kaum noch Chancen für eine Zinssenkung in den USA in diesem Jahr. Höhere Energiepreise drohen in die breitere Inflation einzufließen und schränken den Spielraum für eine geldpolitische Lockerung ein. Vor Beginn des Konflikts war der Markt noch von zwei Zinssenkungen ausgegangen. Während Inflation normalerweise die Attraktivität von Edelmetallen als Absicherung erhöht, lasten erhöhte Zinssätze auf der Nachfrage nach unverzinsten Anlagen wie Silber.
Das makroökonomische Umfeld bleibt herausfordernd. Gold, das oft als Indikator für die Edelmetallmärkte gilt, ist in diesem Monat um mehr als 14 Prozent gefallen – der stärkste monatliche Rückgang seit Oktober 2008. Der US-Dollar hat seit Beginn des Konflikts am 28. Februar um mehr als 2 Prozent zugelegt und belastet damit die Rohstoffpreise.
Anleger dürften in den kommenden Tagen genau beobachten, wie sich die Energiepreise entwickeln und welche Signale die Federal Reserve zur Geldpolitik sendet. Die Volatilität an den Edelmetallmärkten erscheint angesichts der geopolitischen Spannungen und der unsicheren Zinsperspektiven weiterhin erhöht.
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