Die Aussicht auf eine anhaltend straffe Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve prägt das Geschehen am Silbermarkt. Federal-Reserve-Gouverneur Christopher Waller stellte jüngst klar, dass bei einem erwartungsgemäßen Konjunkturverlauf weitere Zinserhöhungen nötig sein könnten, um die Teuerung wieder zum Zielwert von zwei Prozent zu führen.
Vor diesem Hintergrund richtet sich das Augenmerk der Marktteilnehmer auf die anstehenden Verbraucherpreisdaten für September, die das US Bureau of Labor Statistics am 14. Oktober vorlegen wird. Diese Daten dürften entscheidende Hinweise auf den weiteren Zinspfad der Fed liefern.
An den Terminmärkten hinterlässt das makroökonomische Umfeld deutliche Spuren. Am Donnerstag ging die Feinunze Silber mit 59,43 US-Dollar aus dem Handel.
Belastungsfaktoren an den Terminmärkten
Die Verunsicherung über die Zinsentwicklung spiegelt sich auch in den fundamentalen Daten wider. Praveen Singh, Rohstoffchef bei Mirae Asset Sharekhan, führte den anhaltenden Druck auf Silber neben dem festen US-Dollar und erhöhten Renditen auch auf gedämpfte ETF-Zuflüsse sowie steigende Lagerbestände zurück. Für den laufenden Monat stellte Singh eine Handelsspanne von 58 bis 61 US-Dollar in Aussicht.
Zugleich zeigen sich die Edelmetallnotierungen empfindlich gegenüber den Renditen am Anleihemarkt. Wie Reuters berichtete, sorgte ein Rückgang der Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen am Freitag zusammen mit einem nachgebenden US-Dollar für eine vorübergehende Erholung. Bei solchen Zwischenanstiegen dämpfen jedoch anhaltende Inflationssorgen und die Zinserwartungen ein nachhaltiges Übergreifen der Gewinne.
Produktionsstörungen begrenzen das Angebot
Auf der Angebotsseite machten mehrere Förderer zuletzt auf betriebliche Einschränkungen aufmerksam. First Majestic Silver wies für das dritte Quartal 2026 eine Silberproduktion von 3,4 Millionen Unzen aus.
Ein Arbeitskonflikt in der San-Dimas-Mine beeinträchtigte die Betriebsabläufe im Quartal an zwölf Tagen, was nach Unternehmensangaben maßgeblich für den Produktionsrückstand gegenüber dem revidierten Guidance-Mittelpunkt verantwortlich war. Zudem beliefen sich die Silberverkäufe auf zurechenbarer Basis auf 3,5 Millionen Unzen.
Parallel dazu meldete Endeavour Silver für das abgelaufene dritte Quartal einen Ausstoß von 2.096.545 Unzen Silber. Die Guanaceví-Mühle des Produzenten stand seit dem 21. September still, um Arbeiten am Mühlenkopf und an den Zapfen durchzuführen; der Abschluss dieser Reparaturen war für die erste Oktoberhälfte vorgesehen.
Die daraus resultierenden Angebotsausfälle vermochten den Preisdruck bislang jedoch nur teilweise abzufedern. Ob sich das Marktumfeld aufhellen kann, wird maßgeblich von den kommenden US-Inflationsdaten und deren Einfluss auf die Zinspolitik abhängen.
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