Silber steckt in einer schmalen Bandbreite fest, während Anleger auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank an diesem Mittwoch warten. Am Montag notierte das Metall laut FXStreet bei 58,34 Dollar je Feinunze – mitten in einer Spanne, die Analysten zwischen 55 und 62 Dollar verorten. Der Ausgang der Fed-Sitzung könnte darüber entscheiden, in welche Richtung der Ausbruch erfolgt.
Fed-Sitzung als Nadelöhr für die Preisrichtung
Die US-Notenbank tagt heute und morgen, eine Entscheidung wird für Mittwoch erwartet. Der Markt preist überwiegend eine Zinspause bei einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent ein, FXStreet beziffert die Wahrscheinlichkeit einer überraschenden Zinserhöhung auf rund 35 Prozent. Genau dieses Szenario gilt als größtes Risiko für Silber: Eine überraschende Erhöhung könnte das Metall laut FXStreet unter die Marke von 55 Dollar drücken. Fällt die Entscheidung dagegen dovish aus, sehen die Analysten Potenzial für einen Anstieg über 62 Dollar.
Charttechnisch braucht Silber laut einer technischen Analyse vom Dienstag einen Schlusskurs über 64 Dollar, um ein bullisches Signal zu erzeugen. Als Unterstützungen gelten die Marken bei 54 und 50 Dollar. Der Relative-Stärke-Index bewegt sich im Bereich der 40er-Werte, der MACD zeigt sich positiv – ein Bild, das eher auf Unentschlossenheit als auf klare Richtung hindeutet. Auch FXEmpire beschreibt die Käuferseite als zurückhaltend, solange die Fed-Entscheidung offen ist.
Zusätzliche Unsicherheit kommt vom Ölmarkt: Nach der Feuerpause zwischen den USA und dem Iran waren die Rohölpreise zuletzt kräftig eingebrochen, was die gesamte Rohstoffstimmung belastet hat. Auf Prognosemärkten wettet ein Teil der Marktteilnehmer weiterhin auf tiefere Notierungen – die Handelsplattform Orrery bezifferte die Wahrscheinlichkeit, dass Silber im Juli ein Tief von 54 Dollar erreicht, zuletzt auf 17 Prozent, bei allerdings sehr geringer Liquidität in diesem Markt.
Langfristige Nachfrage bleibt Stützpfeiler
Während die kurzfristige Richtung an der Fed hängt, verweisen langfristig orientierte Beobachter auf strukturelle Nachfragetreiber. Der Marktkommentator David Morgan argumentiert in einem Beitrag für Prospector News, dass hohe Staatsschulden und anhaltende Geldschöpfung einen breiteren Vermögensverschiebung hin zu Gold und Silber begünstigen. Er verweist zudem auf anhaltende Goldkäufe von Zentralbanken in China, Indien und Polen als Indiz für dieses Muster.
Morgan hebt zudem die industrielle Nachfrageseite von Silber hervor: Solarindustrie, Elektrofahrzeuge und Elektronik gelten ihm zufolge als wachsende Abnehmer des Metalls, was dem physischen Silbermarkt zusätzlichen Rückhalt gebe. Er empfiehlt in diesem Zusammenhang den Besitz physischen Metalls als Absicherung.
Für Anleger bleibt die Gemengelage kurzfristig unübersichtlich: Die Fed-Entscheidung am Mittwoch dürfte die enge Spanne zwischen 55 und 62 Dollar auflösen, während geopolitische Entwicklungen rund um den Iran-Konflikt und die Ölpreise weiterhin für Nebengeräusche sorgen. Die technischen Marken bei 64 Dollar auf der Oberseite und 54 sowie 50 Dollar auf der Unterseite dürften in den kommenden Handelstagen die zentralen Referenzpunkte bleiben.
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