Silber Preis: Bank of America hält 100 Dollar für möglich

Silber zeigt leichte Erholung nach Korrektur, doch schwache China-Nachfrage und uneinheitliche Analystenprognosen belasten.

Auf einen Blick:
  • Silberpreis erholt sich auf 75,70 Dollar
  • Widerstand bei 79,42 und 82,96 Dollar
  • China-Nachfrage bleibt verhalten
  • Analysten uneins über weitere Entwicklung

Nach der Korrektur vom Zwischenhoch bei 79,25 Dollar zeigt der Silberpreis zum Juni-Auftakt eine leichte Erholung. Das Edelmetall notiert am Montag um 75,70 bis 75,95 Dollar je Feinunze — nahe dem monatlichen Mittelwert.

Die charttechnische Unterstützung bei 72,00 Dollar wurde erfolgreich verteidigt. Von dort setzte eine Gegenbewegung ein, die Marktstrategen als Abschluss eines Mean-Reversion-Zyklus interpretieren.

Technische Signale und Widerstände

Das VC-PMI-Modell hatte im Bereich von 72,00 Dollar ein Kaufsignal generiert, die sogenannte „Buy 1“-Zone. Am Montag liegt der Kurs wieder beim statistischen Gleichgewichtswert von 75,71 Dollar.

Die nächsten Ziele nach oben: 79,42 Dollar (Sell 1) und 82,96 Dollar (Sell 2). Fällt der Preis unter den Pivot-Punkt bei 75,88 Dollar, warten nächste Haltezonen bei 74,80 und erneut der psychologisch wichtigen 72,00 Dollar.

China bremst — trotz globaler Solarnachfrage

Während sich die Terminmärkte erholen, zeigt sich der physische Markt in Shanghai verhalten. Silberbarren wurden am Montag mit einem Abschlag gehandelt. Die Prämien für SGE Ag(T+D) lagen zwischen minus 20 und 0 Yuan pro Kilogramm.

Die nachgelagerte Industrie in China fragt nur zögerlich nach. Lokale Überkapazitäten und eine abwartende Haltung der Einkäufer dämpfen die Preisdynamik in Asien — trotz strukturell hoher Nachfrage aus Solar- und Elektronikbranche global.

Analysten uneins: Ausbruch oder Rückkehr?

Das Gold/Silber-Verhältnis fiel am Montag auf rund 59,24, nach 60,29 am Freitag. Silber outperformed damit kurzfristig Gold. Belastend wirken indes die geopolitische Lage und die Unsicherheit über den Fed-Zinspfad.

Die Prognosen für 2026 klaffen weit auseinander. Die Bank of America hält einen kurzzeitigen Anstieg auf über 100 Dollar im vierten Quartal für möglich, warnt aber vor nachlassender Fundamentalnachfrage und einer Rückkehr auf 75 Dollar bis Q2 2027. Gleichzeitig droht das globale Angebotsdefizit um bis zu 90 Prozent zu schrumpfen — getrieben durch sinkende Photovoltaik-Intensität und mögliche Investorenabflüsse.

Silber konsolidiert sich auf hohem Niveau. Die KI- und Solarnachfrage stützt, die Normalisierung der Lagerbestände und die schwache China-Nachfrage bremsen. Ein Ausbruch über die 80-Dollar-Marke braucht neue Impulse — die könnten diese Woche mit US-Konjunkturdaten kommen.

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