Ein schwacher Arbeitsmarkt in den USA treibt den Silberpreis. Die Notierungen stabilisieren sich am Dienstag bei rund 62 US-Dollar je Feinunze. Der Grund dafür liegt in einer raschen Neubewertung der US-Geldpolitik. Händler streichen weitere Zinserhöhungen zunehmend aus ihren Büchern.
Schwache Jobdaten drücken Zinserwartung
Die US-Beschäftigung stieg im Vormonat lediglich um 57.000 Stellen. Volkswirte hatten fast doppelt so viele neue Jobs erwartet. Die Folge: Die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinsanhebung fiel laut der CME Group auf 50 Prozent. Zuvor lag dieser Wert noch bei 66 Prozent.
Auch für das nächste Fed-Treffen preisen Investoren einen Zinsschritt zunehmend aus. Die Wahrscheinlichkeit dafür sackte binnen einer Woche auf rund 25 Prozent ab. Passend dazu äußerte sich Fed-Chef Kevin Warsh vorsichtig optimistisch. Die Inflationserwartungen schwächen sich laut Warsh ab. Parallel dazu betonte er das feste Bekenntnis der US-Notenbank zur Preisstabilität.
Dollar und Ölpreis mischen mit
Trotz der Zins-Fantasie erlebte Silber am Montag einen kleinen Rücksetzer. Der Preis fiel kurzzeitig um über ein Prozent. Ein leicht erstarkter US-Dollar bremste die Edelmetalle aus. Zuvor hatte die US-Währung noch kräftig nachgegeben. Hinzu kommt eine wichtige Entwicklung am Energiemarkt. Die Ölpreise fallen spürbar.
Die Energieflüsse durch die Straße von Hormus haben sich erholt. Obendrein plant das Kartell OPEC+ ein höheres Angebot. Günstigeres Öl dämpft die allgemeine Teuerung. Das stützt wiederum das Szenario einer lockeren Geldpolitik.
Die nächste Richtungsentscheidung steht unmittelbar bevor. Am Mittwoch veröffentlicht die US-Notenbank ihr jüngstes Sitzungsprotokoll. Liefert das Dokument klare Hinweise auf eine anhaltend zurückhaltende Zinspolitik, dürfte dies die Zinserwartungen weiter drücken. In diesem Szenario erhält der Silberpreis direkten Rückenwind.
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