Silber springt am Mittwoch auf 59,70 US-Dollar je Feinunze. Das Plus beträgt rund 1,60 Prozent. Damit bestätigt das Edelmetall seinen Ausbruch über die 59-Dollar-Marke vom Vortag. Charttechnisch verlässt Silber einen Abwärtstrend, der seit Mai anhält.
Geopolitische Entspannung bremst Ölpreis-Rallye
Der Auslöser sitzt im Nahen Osten. Seit dem 21. Juli kursieren Berichte über eine mögliche Vermittlung zwischen den USA und dem Iran. Im Gespräch ist ein zehntägiger Waffenstillstand. Die Nachricht beruhigt die Energiemärkte spürbar.
Der Goldpreis profitiert von der sinkenden Risikoaversion kaum. Silber dagegen nutzt die Schwäche des US-Dollars für seinen Kurssprung. Der Iran-Konflikt entspannt sich, und das nimmt Druck von den Inflationserwartungen.
Brent-Rohöl war seit den Juli-Tiefs zeitweise um 30 Prozent gestiegen, nun stagniert der Preis. Das gibt Edelmetallen Raum für eine technische Erholung. Neue PMI-Daten könnten als Nächstes die Richtung vorgeben.
Strukturelles Defizit treibt die Nachfrage
Hinter der kurzfristigen Bewegung steckt ein strukturelles Problem. Der globale Silbermarkt steckt 2026 bereits im sechsten Jahr in Folge in einem Angebotsdefizit. Branchenexperten schätzen die Lücke für das laufende Jahr auf 46,3 Millionen Unzen. Im Vorjahr lag das Defizit bei knapp 40 Millionen Unzen.
Die physische Verknappung zeigt sich deutlich an den Lagerbeständen der COMEX. Die registrierten Vorräte fielen bis zum 17. Juli auf rund 95,8 Millionen Unzen. Diese Bestände stehen für sofortige physische Auslieferungen bereit.
Parallel dazu könnte die Investmentnachfrage um bis zu 20 Prozent auf 227 Millionen Unzen steigen. Das trifft auf einen Markt, der ohnehin schon knapp ist.
Technische Ziele im Blick
Der Ausbruch aus dem zweimonatigen Abwärtskanal liefert ein starkes Umkehrsignal. Charttechniker sehen im Bereich von 55 US-Dollar einen Doppelboden. Zusätzlich zeigt der RSI eine bullische Divergenz. Beide Signale stützen die These einer nachhaltigen Trendwende.
Analysten peilen als Nächstes die 0,618-Fibonacci-Marke bei 68,88 US-Dollar an. Dieses Niveau war bereits Anfang 2026 ein starker Widerstand. Voraussetzung bleibt eine Stabilisierung oberhalb von 58 bis 59 US-Dollar. Auch der US-Dollar-Index muss moderat bleiben. Er schwankt aktuell um die Unterstützung bei 100,50 Punkten.
Hält Silber die Zone zwischen 58 und 59 US-Dollar, bleibt der Weg in Richtung 68,88 Dollar offen. Rutscht der Kurs darunter, dürfte der Aufwärtsversuch schnell wieder ins Stocken geraten.
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