Der Silberpreis hat am 21. Juli 2026 einen turbulenten Handelstag erlebt. Nach einer kräftigen Erholung auf rund 58,20 US-Dollar je Feinunze, ausgelöst durch eine Verschnaufpause der Ölpreis-Rallye, kletterte das Metall im Tagesverlauf laut einem weiteren Bericht sogar bis auf 59,00 US-Dollar. Getrieben wurde der Sprung von der Hoffnung auf neue Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Später im Handel geriet Silber jedoch wieder unter Druck, parallel zum Goldpreis, der auf rund 4.008 US-Dollar je Unze zurückfiel.
Kräftige Erholung dank Hoffnung auf Iran-Deal
Der Kursanstieg fiel in eine Phase zugespitzter geopolitischer Spannungen. Zehn Tage lang hatten die USA den Iran-Konflikt mit Luftangriffen begleitet, während Huthi-Rebellen dem Vernehmen nach mit einer Seeblockade gegen Saudi-Arabien drohten. Vermittler brachten dann einen zehntägigen Waffenstillstand ins Spiel, den Teheran als eigene Initiative bestätigt haben soll. Zusätzlichen Auftrieb gab dem Silberpreis ein Bericht, wonach US-Präsident Trump laut Axios einen Friedensvorschlag prüfe. Auf Comex-Ebene notierte September-Silber bei 58,01 US-Dollar je Unze, während das bisherige Jahreshoch bei 121,79 US-Dollar lag – ein Abstand, der die Schwankungsbreite des laufenden Jahres verdeutlicht.
Ölpreise und Dollar als Gegenspieler
Just als die Kriegsangst nachließ, kehrte sich auch der Rückenwind aus dem Ölmarkt um. Brent-Rohöl gab auf 88,44 US-Dollar je Barrel nach, WTI auf 82,07 US-Dollar – ein Rückgang von rund einem Prozent. Sinkende Energiepreise nehmen Edelmetallen tendenziell einen Teil ihrer Absicherungsfunktion gegen Inflation, was sich in der zeitweisen Schwäche von Silber und Gold niederschlug. Hinzu kam ein fester US-Dollar, der Edelmetalle für Käufer außerhalb der Dollarzone verteuert. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag bei 4,5 Prozent, ein Niveau, das Anlegern eine Alternative zu unverzinsten Edelmetallen bietet. Auch die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank belastete die Stimmung: Marktbeobachter gingen davon aus, dass die Fed die Leitzinsen in der kommenden Woche unverändert lassen werde, was dem Dollar tendenziell Stabilität verleiht. Gold selbst verzeichnete zuvor den größten Wochenverlust seit einem Monat, ausgelöst durch Inflationssorgen infolge steigender Ölpreise – ein Effekt, der sich mit deren jüngstem Rückgang zumindest teilweise wieder relativierte.
Charttechnik zeigt gespaltenes Bild
Aus charttechnischer Sicht bleibt das Bild uneinheitlich. Ein Ausbruch über eine zuvor gültige Abwärtstrendlinie öffnete laut einer Analyse den Weg zu Widerständen bei 59,70 US-Dollar und darüber bei 63,10 sowie 67,00 US-Dollar, während Unterstützungen bei 56,45 und 55,00 US-Dollar als Absicherung nach unten dienen. Eine andere Einschätzung vom selben Tag verortete Widerstände bereits im Bereich von 61,33 bis 62,81 US-Dollar und nannte Unterstützungen bei 60,69, 59 und 58 US-Dollar. Der Silberkurs handelte dabei unterhalb seines 20-Tage-Durchschnitts von 59,65 US-Dollar, der relative Stärkeindex lag bei 41,94 – ein Wert, der weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen anzeigt und damit auf eine noch unentschiedene Marktlage hindeutet. Für die kommenden Handelstage dürften damit sowohl der Fortgang der Iran-Diplomatie als auch die Fed-Entscheidung richtungsweisend für den Silberpreis bleiben.
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