Silber legt am Montag deutlich zu. Die Feinunze notiert bei 58,63 US-Dollar. Das ist ein Plus von 1,12 Prozent zum Vortag.
Damit rückt das Edelmetall wieder näher an die psychologisch wichtige Marke von 60 US-Dollar heran. Ein schwächerer Dollar und die anstehende Fed-Sitzung treiben den Kurs.
Ein schwacher Dollar hilft Silber
Über das Wochenende haben sich die Spannungen im Nahen Osten beruhigt. Die Ölpreise sind daraufhin deutlich gefallen. Das dämpft die kurzfristigen Inflationserwartungen und schwächt den US-Dollar.
Ein schwächerer Dollar macht Silber für Käufer außerhalb der USA günstiger. Da der Rohstoff in Dollar gehandelt wird, wirkt sich das direkt auf die Nachfrage aus.
Die Fed tagt am 29. und 30. Juli. Die meisten Marktteilnehmer erwarten keine Zinsänderung. Anleger achten stattdessen auf die Pressekonferenz danach — sie erhoffen sich Hinweise zur Geldpolitik im zweiten Halbjahr. Zusätzlich sind die Renditen von US-Staatsanleihen am Montag gesunken. Das senkt die Opportunitätskosten für unverzinstes Silber.
KI-Rechenzentren treiben die Nachfrage
Neben den Währungseffekten stützt auch die reale Marktlage den Preis. Das Silver Institute rechnet für 2026 mit dem sechsten Defizitjahr in Folge. Angebot und Nachfrage klaffen um rund 46,3 Millionen Feinunzen auseinander.
Die Nachfrage aus der Photovoltaik-Industrie schwächt sich leicht ab. Effizientere Produktionsverfahren und Materialsubstitution senken den Silberbedarf pro Solarmodul. Ein anderer Sektor gleicht das mehr als aus: der Ausbau von KI-Rechenzentren.
Hochleistungschips, Schaltanlagen und Kühlsysteme in diesen Anlagen brauchen viel Silber. Dieser Nachfragebereich wächst Schätzungen zufolge jährlich um 15 bis 25 Prozent.
Die 60-Dollar-Marke bleibt die Hürde
Charttechnisch bleibt 60 US-Dollar die entscheidende Schwelle. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte laut Marktbeobachtern eine neue Aufwärtswelle auslösen.
Ein weiterer Indikator stützt dieses Bild: Das Gold-Silber-Verhältnis fiel am Montag auf etwa 68,93 Punkte. Das deutet auf eine relative Stärke von Silber gegenüber Gold hin.
J.P. Morgan bleibt für den weiteren Jahresverlauf optimistisch. Die Bank erwartet für 2026 einen Durchschnittspreis von rund 81 US-Dollar je Feinunze. Ihre Begründung: Etwa 70 Prozent der weltweiten Silberförderung fällt nur als Nebenprodukt beim Abbau von Kupfer, Zink oder Blei an. Die Produktion kann deshalb kaum kurzfristig auf steigende Preise reagieren.
Die kommende Fed-Sitzung am 29. und 30. Juli dürfte zeigen, ob der Dollar seine Schwäche fortsetzt. Bleibt der Rückenwind bestehen, rückt der Test der 60-Dollar-Marke näher.
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