Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve am heutigen Mittwoch behauptet sich der Silberpreis in einer engen Spanne. Das Edelmetall bewegt sich in einem anspruchsvollen Marktumfeld: Während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen am Dienstag mit zeitweise 5,04 Prozent den höchsten Stand seit dem Jahr 2007 erreichte, verteidigte Silber wichtige Unterstützungsmarken. Am Dienstag schloss der COMEX-Frontmonat bei 64,19 USD je Feinunze, was einem leichten Tagesplus von 0,7 Prozent entspricht.
Zinsdruck trifft auf hartnäckige Inflation
Die Marktteilnehmer preisen die anstehende Zinsentscheidung mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 90 Prozent ein. Erwartet wird ein Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Es wäre die erste Leitzinserhöhung seit Juli 2023. Treibender Faktor hinter dieser geldpolitischen Straffung ist die Teuerung in den Vereinigten Staaten, die im August bei einer Jahresrate von 3,4 Prozent verharrte und damit den Zielwert der Notenbank weiterhin deutlich verfehlt.
Zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen die Spannungen auf den Energiemärkten, an denen die Rohölsorte Brent zuletzt über der Marke von 107 US-Dollar je Barrel notierte. Höhere Zinsen verteuern tendenziell das Halten zinsloser Anlagen wie Silber. Dennoch fangen Käufer Rücksetzer im Bereich unterhalb von 64 US-Dollar bislang auf.
Analysten blicken auf die Notenbankführung
Im Fokus steht insbesondere der geldpolitische Kurs unter Fed-Chef Kevin Warsh sowie die anschließende Pressekonferenz. Die Ökonomen von Goldman Sachs rechnen mit einer Anhebung um 25 Basispunkte, gehen jedoch davon aus, dass die Notenbanker den Zinspfad für die kommenden Sitzungen nicht vorzeitig festlegen werden.
Für Edelmetallanleger stellt sich die Frage, wie viele weitere Zinsschritte in diesem Jahr noch folgen könnten. Teile des Marktes kalkulieren bis zum Jahresende mit einer zweiten Straffung, während politische Forderungen aus dem Umfeld von Donald Trump weiterhin auf niedrigere Zinsen drängen.
Mittelfristige Distanz zum Rekordniveau
Aus technischer Sicht konsolidiert das weiße Metall nach den heftigen Ausschlägen der Vormonate. Trotz der Stabilisierung im Bereich der Marke von 64 US-Dollar notiert der Rohstoff mit einem Abstand von 47 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 121,78 USD, das Ende Januar markiert worden war.
Die Veröffentlichung des Zinsentscheids und die Signale für die verbleibenden Monate dürften den kurzfristigen Ausschlag für die nächste Richtungsbewegung liefern.
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