Schwache US-Konjunkturdaten und eine spürbare Zurückhaltung der US-Notenbank treiben den Silbermarkt an. Im asiatischen Handel durchbrach das Edelmetall am Donnerstagmorgen die psychologisch wichtige Schwelle von 60 US-Dollar. Aktuell notiert der Rohstoff bei rund 60,20 US-Dollar.
Der Dienstleister ADP lieferte den entscheidenden Impuls für die Rallye. Die US-Privatwirtschaft schuf im abgelaufenen Monat lediglich 98.000 neue Stellen. Das lag spürbar unter den Markterwartungen. Parallel dazu enttäuschte der Einkaufsmanagerindex für die Industrie mit einem unerwarteten Rückgang.
Diese abkühlende Konjunktur setzt die Renditen für US-Staatsanleihen unter Druck. Das erhöht im Gegenzug die Attraktivität von unverzinsten Edelmetallen.
Ende der Forward Guidance
Fed-Chef Kevin Warsh lieferte auf dem EZB-Forum in Sintra zusätzliche Argumente für steigende Kurse. Die US-Inflation lag im Mai mit 4,2 Prozent zwar weiterhin hoch. Allerdings betonte Warsh ausdrücklich die gesunkenen Inflationsrisiken.
Die Folge: Die US-Notenbank verzichtet künftig auf fest formulierte Zinspfade. Sie entscheidet stattdessen strikt nach aktueller Datenlage. Händler werten dies als klares Signal für weniger Zinseile und taxieren die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im September auf rund 65 Prozent.
Sinkende Ölpreise stützen Edelmetalle
Ein sich abzeichnender Friedensrahmen im Iran-Konflikt beruhigt derweil die Energiemärkte. Sinkende Ölpreise dämpfen die Inflationserwartungen und belasten den US-Dollar. Davon profitiert Silber direkt als industriell genutztes Edelmetall durch die Aussicht auf stabilere globale Lieferketten.
Hinzu kommt Rückenwind von institutioneller Seite. Laut einem aktuellen OMFIF-Bericht planen rund 30 Prozent der befragten Zentralbanken künftige Goldkäufe. Da Silber traditionell stark mit dem Goldpreis korreliert, stützt diese Perspektive den gesamten Sektor.
Der Fokus richtet sich nun auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht. Wegen des nahenden Feiertags veröffentlicht die Regierung die Zahlen bereits heute. Experten erwarten etwa 110.000 neue Stellen bei einer Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent. Fällt der Bericht ähnlich schwach aus wie die ADP-Daten, dürfte dies den Aufwärtstrend festigen. Starke Zahlen könnten den Rohstoff hingegen rasch wieder an die 60-Dollar-Unterstützung drücken.
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