Siemens Energy liefert operativ ab, doch der Kurs will davon nichts wissen. Ein Widerspruch, der sich seit Mitte September durchzieht — und der viel über die Nervosität am Markt verrät als über das Unternehmen selbst.
Im dritten Geschäftsquartal, das den Zeitraum April bis Juni abdeckt, meldete der Energietechnikkonzern Aufträge über 17,9 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte vergleichbar um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, der Auftragsbestand wuchs auf 162 Milliarden Euro.
Anfang August bestätigte das Management auf dieser Basis die bereits angehobene Jahresprognose: 14 bis 16 Prozent vergleichbares Umsatzwachstum, die Ergebnismarge vor Sondereffekten am oberen Ende der Spanne von 10 bis 12 Prozent.
Rückkauf läuft, der Kurs bockt trotzdem
Seit März läuft ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 2 Milliarden Euro, im Juni um eine zweite Tranche von bis zu 1 Milliarde Euro aufgestockt. Zusammen soll der Rückkauf im laufenden Geschäftsjahr ein Volumen von bis zu 3 Milliarden Euro erreichen — Teil eines auf 6 Milliarden Euro angelegten Programms bis 2028.
Trotzdem geriet die Aktie in der vergangenen Woche unter Druck. Auslöser war keine unternehmensspezifische Nachricht, sondern die KI-Bremsdebatte: Anthropic-Chef Dario Amodei hatte am 12. September ein langsameres Entwicklungstempo bei Frontier-KI-Modellen gefordert, Sam Altman und Elon Musk schlossen sich noch am selben Tag an.
Am folgenden Montag zog es Technologie- wie Energieinfrastrukturwerte gleichermaßen nach unten. Siemens Energy zählte dabei zu den am stärksten gehandelten Werten an der Börse Stuttgart überhaupt — mit 695 Preisfeststellungen binnen einer Woche lag der Titel unter allen Inlandsaktien auf Platz eins.
Das Muster ist nicht neu: Sobald Zweifel an der Investitionsdynamik rund um Rechenzentren aufkommen, gerät auch Siemens Energy in den Sog — obwohl der Konzern von der Nachfrage nach Gasturbinen und Netzinfrastruktur für Rechenzentren profitiert. Ob sich der Investitionszyklus tatsächlich verlangsamt, ist offen. Belastbare Anzeichen dafür liefern die eigenen Zahlen bislang nicht.
Aktuell notiert die Aktie bei 141,50 Euro. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich das Sentiment von der KI-Debatte löst und wieder stärker an operativen Kennzahlen wie Auftragseingang und Marge orientiert — oder ob die Skepsis gegenüber der gesamten Rechenzentrums-Infrastrukturkette anhält.
Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 18. September liefert die Antwort:
Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
