Siemens Energy Aktie: S&P hebt auf BBB+

Siemens Energy erhält zweites Rating-Upgrade von S&P binnen Monaten und investiert Milliarden in US-Produktion. Analysten heben Kursziele an, die Aktie bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Auf einen Blick:
  • S&P stuft Bonität auf BBB+ hoch
  • Milliarden-Investition in US-Standort
  • Analysten erhöhen Kursziele deutlich
  • Aktie trotz guter Nachrichten schwach

Siemens Energy bekommt von allen Seiten Rückenwind. Die Ratingagentur S&P Global stuft den Konzern hoch. Analysten schrauben ihre Kursziele nach oben. Nur der Aktienkurs macht bei der guten Laune nicht mit.

Milliarden für neue Turbinen

Der Energietechnikkonzern baut seine Fertigung kräftig aus. In der zweiten Jahreshälfte 2026 steigt die Jahreskapazität für mittelgroße Gasturbinen von 50 auf 80 Einheiten. Dazu kommt eine Investition von über einer Milliarde US-Dollar in den US-Standort, vor allem für Gasturbinen und Netztechnik.

Diese US-Investition hatte Siemens Energy im Februar konkretisiert. Sie ist Teil eines größeren Sechs-Milliarden-Euro-Programms. Damit will der Konzern seine weltweite Produktionskapazität für große Turbinen um etwa ein Fünftel erhöhen.

Vorstandschef Christian Bruch nannte die USA gegenüber Reuters den „heißesten Strommarkt der Welt“. Der Grund: Die USA waren im vergangenen Jahr bereits der größte Markt für den Auftragseingang des Dax-Konzerns.

Analysten streiten wie selten

Mehrere große Investmentbanken haben ihre Kursziele in den vergangenen Tagen angehoben. JPMorgan ging am 8. Juli von 225 auf 235 Euro hoch und bestätigte „Overweight“. Die Bank of America legte von 250 auf 260 Euro nach.

RBC Capital Markets erhöhte sein Ziel von 200 auf 210 Euro und vergab „Outperform“. Jefferies bestätigte seine Einschätzung bei 215 Euro.

Kaum ein Dax-Wert spaltet die Experten derzeit so stark wie Siemens Energy. Die Kursziele reichen von 130 bis 260 Euro – eine ungewöhnlich breite Spanne für einen einzelnen Titel.

Zweites Rating-Upgrade binnen Monaten

S&P Global hatte die Bonitätsnote bereits im Dezember 2025 von „BBB-“ auf „BBB“ angehoben, mit positivem Ausblick. Anfang Juli 2026 folgte der nächste Schritt: Die Agentur stufte Siemens Energy von „BBB“ auf „BBB+“ hoch.

Das Management hält an seinen Zielen für das Geschäftsjahr 2026 fest. Erwartet wird ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent und eine Ergebnis-Marge vor Sondereffekten zwischen 10 und 12 Prozent. Der Nachsteuergewinn soll bei rund 4 Milliarden Euro liegen.

Wie belastbar diese Ziele sind, zeigt sich am 5. August. Dann legt der Konzern seine Zahlen zum dritten Quartal vor.

Kurs hinkt der guten Nachrichtenlage hinterher

Trotz Rating-Upgrade und steigenden Kurszielen tut sich die Aktie an der Börse schwer. Der Titel notiert bei 153,00 Euro und liegt damit 21,76 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro vom 24. April 2026. Auf Wochensicht verlor die Aktie 2,09 Prozent, auf Monatssicht 1,67 Prozent.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 24,59 Prozent. Auf Zwölfmonatssicht beträgt der Kursgewinn sogar 66,38 Prozent. Die Aktie notiert damit weiterhin deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 143,39 Euro, aber unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 163,66 Euro.

Diese Lücke zwischen starken operativen Kennzahlen und stagnierendem Kurs dürfte Anleger weiter beschäftigen. Der Kapazitätsausbau bei Gasturbinen und die milliardenschwere US-Investition zeigen zumindest, wovon der Konzern selbst ausgeht: eine anhaltend hohe Nachfrage nach seinen Energietechnologien. Ob sich das im Kurs niederschlägt, dürfte sich spätestens mit den Quartalszahlen am 5. August entscheiden.

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