Siemens Energy setzt auf milliardenschwere Rückkäufe und meldet personelle Veränderungen im Kontrollgremium. Der Konzern beschloss am Mittwoch ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 2 Milliarden Euro und maximal 50.000.000 Stückaktien. Das Vorhaben startete gestern und läuft längstens bis zum 31. März 2027. Die erworbenen Papiere sind für Mitarbeiter- und Vergütungsprogramme sowie für eine mögliche Einziehung vorgesehen.
Die Aktie reagierte gestern mit einer geringfügigen Veränderung von minus 0,1 Prozent und beendete den Handel bei 143,80 Euro. Trotz zwischenzeitlicher Schwankungen im laufenden Börsenjahr beläuft sich das Kursplus seit Jahresanfang auf 19 Prozent.
Neuer Aufsichtsrat und verändertes Aktionariat
Begleitet wird der Kapitalrückkauf von einem Wechsel im Aufsichtsrat. Matthias Rebellius scheidet zum 30. September auf eigenen Wunsch vorzeitig aus dem Gremium aus. Das Amtsgericht München bestellte gestern Pekka Lundmark mit Wirkung zum 1. Oktober zu seinem Nachfolger. Über die Personalie soll die ordentliche Hauptversammlung am 25. Februar 2027 formal beschließen.
Zugleich verringerte die ehemalige Muttergesellschaft ihre Beteiligung. Die Siemens AG unterschritt am 8. September über die Siemens Beteiligungen Inland GmbH die Meldeschwelle von 5 Prozent. Nach der Reduzierung hält das Unternehmen noch 4,98 Prozent der Stimmrechte, was einem Bestand von 42.896.843 Aktien an Siemens Energy entspricht.
Internationale Großprojekte im Kraftwerkssektor
Auf operativer Ebene meldete der Konzern wichtige Fortschritte im internationalen Projektgeschäft. Medienberichten zufolge vereinbarten YTL Power International und Ganda Power die Reservierung von vier zusätzlichen Gasturbinen des Typs SGT-9000HL. Damit erhöht sich das Kontingent beider Partner auf insgesamt sieben Einheiten für Vorhaben in Malaysia und der Region, was einer Leistung von mehr als 5.250 Megawatt entspricht.
Zusätzlich unterzeichnete das Unternehmen Mitte September in Berlin eine Grundsatzvereinbarung mit dem irakischen Elektrizitätsministerium. Das Abkommen bildet die vierte Phase der Zusammenarbeit beim Ausbau der dortigen Strominfrastruktur. Die Vereinbarung deckt Gas- und Wärmekraftwerke, Umspannwerke, Netzausbau sowie langfristige Wartungsdienstleistungen ab.
Auf Skepsis stößt die Bewertung des Konzerns hingegen bei einzelnen Marktbeobachtern. Das Analysehaus mwb research bekräftigte am Montag Medienberichten zufolge nach einer Branchenkonferenz seine Verkaufsempfehlung und bezifferte das Kursziel auf 100 Euro.
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