Nach einem starken Jahresauftakt hat die Siemens Energy Aktie zuletzt Federn gelassen. Mit einem Schlusskurs von 162,60 Euro liegt das Papier rund 13 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Die kommende Woche bringt nun eine Reihe von Investorenterminen — und damit die Chance, das Vertrauen des Kapitalmarkts zu festigen.
Roadshow durch Europa
Ab Dienstag trifft das Management institutionelle Anleger auf dem Berenberg Innovation Seminar in Zürich. Es folgen Roadshows in München sowie im nordischen Raum, in Kopenhagen und Stockholm. Das Timing ist bewusst gewählt: Siemens Energy hat im Mai die Jahresziele deutlich angehoben und will diese Botschaft nun direkt platzieren.
Der Konzern erwartet für das Geschäftsjahr 2026 einen Nettogewinn von rund 4 Milliarden Euro. Noch markanter ist die Anhebung beim freien Cashflow vor Steuern — von ursprünglich 4 bis 5 Milliarden Euro auf nun rund 8 Milliarden Euro. Das vergleichbare Umsatzwachstum soll zwischen 14 und 16 Prozent liegen.
Treiber sind vor allem die Sparte Grid Technologies, die vom Netzausbau profitiert, sowie eine Stabilisierung bei Windkrafttochter Siemens Gamesa.
Großauftrag aus Taiwan
Parallel zu den Investorenterminen liefert das Projektgeschäft frische Substanz. Siemens Energy hat eine Vereinbarung mit der Mai-Liao Power Corporation in Taiwan abgeschlossen. Der Auftrag umfasst HL-Klasse Gasturbinen und Langzeit-Serviceleistungen für ein Gaskraftwerk mit 2.400 Megawatt Kapazität. Das Kraftwerk soll bis Ende 2029 in Betrieb gehen und rund fünf Prozent der taiwanischen Stromerzeugung abdecken.
Kursbild nach dem Rücksetzer
Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund 7 Prozent verloren und notiert knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 167,35 Euro. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 32 Prozent — und auf zwölf Monate gerechnet hat sich der Kurs nahezu verdoppelt.
Marktbeobachter nennen die Zone um 168 Euro als erste Unterstützung. Das 52-Wochen-Hoch bei 188 Euro bleibt die zentrale Hürde nach oben. Ob die Roadshows genug Schwung liefern, um diese Marke anzugehen, zeigt sich bereits in der ersten Wochenhälfte.
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