Zwei Großbanken erhöhen ihre Kursziele für Siemens Energy deutlich. Der Aktienkurs bewegt sich zeitgleich in die andere Richtung. Diese Kluft zwischen Analystenoptimismus und Kursrealität wirft die Frage auf, wer am Ende recht behält.
Bank of America und RBC erhöhen Kursziele
Die Bank of America hebt ihr Kursziel auf 260 Euro an. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen. Auch RBC-Analyst Mark Fielding zieht nach und erhöht seinen fairen Wert auf 210 Euro.
Fielding begründet seine Einschätzung mit einer frühen Erholung der europäischen Industrie. Vor allem der weltweite Netzausbau und neue Rechenzentren treiben das Geschäft an.
Die Bank of America rechnet für Siemens Energy mit Aufträgen von 17,6 Milliarden Euro. Das läge deutlich über dem Marktkonsens von rund 17 Milliarden Euro. Treiber ist vor allem die Sparte Gas Services mit erwarteten 9,0 Milliarden Euro, während Grid Technologies weitere 6,0 Milliarden Euro beisteuern soll.
Auftragsbücher als zentrales Argument
Die optimistischen Einschätzungen stützen sich auf die aktuelle Nachfrage im Konzern. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Der weltweite Strombedarf für Künstliche Intelligenz steigt rasant und treibt den Anlagenbauer weiter an.
Nicht alle Marktteilnehmer teilen diese Sicht. Die britische Großbank Barclays hatte Siemens Energy erst kürzlich auf „Underweight“ herabgestuft. Sie warnte vor einer möglichen Normalisierung der Marktanteile im Gasturbinengeschäft — dort liegt der Marktanteil des Konzerns historisch ungewöhnlich hoch.
Blick auf die kommenden Quartalszahlen
Die divergierenden Einschätzungen müssen sich an echten Zahlen messen lassen. Im August legt Siemens Energy die nächsten Quartalszahlen vor. Bestätigt sich die erwartete Auftragsdynamik, rückt danach das Strategie-Update im November in den Fokus.
Charttechnisch zeigt sich die Diskrepanz deutlich. Die Aktie schloss zuletzt bei 158,00 Euro und liegt damit 19,20 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro vom 24. April. Binnen sieben Tagen verlor das Papier 2,45 Prozent, auf Monatssicht steht dagegen ein leichtes Plus von 0,74 Prozent.
Der Blick über die letzten zwölf Monate relativiert die aktuelle Schwäche. Der Kurs legte im Jahresvergleich um 71,66 Prozent zu, seit Jahresbeginn um 28,66 Prozent. Mit einer annualisierten Volatilität von 60,09 Prozent bleibt die Aktie aber ein Papier mit ausgeprägten Schwankungen.
Die Kursziele von Bank of America und RBC implizieren Aufwärtspotenzial von deutlich über 30 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Ob sich dieser Optimismus durchsetzt, entscheidet sich an den Auftragszahlen im August — und daran, ob die Warnung von Barclays vor einer Marktanteils-Normalisierung im Gasturbinengeschäft zutrifft.
Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 08. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 08. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
