Siemens Energy Aktie: 2,6-Gigawatt-Projekt Taweelah C

Siemens Energy profitiert vom KI-Boom durch steigende Nachfrage nach Gasturbinen für Rechenzentren und sichert Milliardenaufträge in der Nordsee.

Auf einen Blick:
  • Aktienkurs verdoppelt sich binnen Jahresfrist
  • Gasturbinen als Treiber der KI-Infrastruktur
  • Milliardenschwerer Auftrag für Offshore-Plattform
  • Möglicher Spin-Off der Industriesparte geprüft

Lange Zeit galt Siemens Energy am Kapitalmarkt als Sorgenkind. Die verlustreiche Windkrafttochter Gamesa dominierte die Schlagzeilen. Staatliche Bürgschaften standen im Raum. Kein Wunder. Heute hat sich das Narrativ komplett gedreht. Die Aktie stieg innerhalb von zwölf Monaten um über 96 Prozent. Der Grund dafür ist ein fundamentaler Wandel. Das Unternehmen profitiert massiv von einem Megatrend, den kaum jemand auf dem Schirm hatte.

Der unerwartete KI-Profiteur

Künstliche Intelligenz braucht mehr als nur schnelle Chips. Sie verschlingt gewaltige Mengen an Strom. Globale Tech-Konzerne suchen händeringend nach verlässlichen Energiequellen für ihre Rechenzentren. Hier kommt Siemens Energy ins Spiel. Erneuerbare Energien schwanken stark. Gasturbinen liefern dagegen die nötige Grundlastfähigkeit. Plötzlich ist der Konzern ein zentraler Enabler der digitalen Infrastruktur.

Ein aktuelles Beispiel zeigt die operative Stärke in diesem klassischen Segment. In Abu Dhabi baut das Unternehmen die 2,6-Gigawatt-Anlage Taweelah C. Siemens Energy liefert dafür die gesamte Turbinentechnik.

Milliardenaufträge in der Nordsee

Neben der KI-Fantasie stützen handfeste Großprojekte das Geschäft. Siemens Energy festigt seine Position in der europäischen Energiewende. Erst vor wenigen Tagen erhielt ein Konsortium den Zuschlag für eine Offshore-Konverterplattform. Dieses Projekt in Rostock ist ein zentraler Baustein für das deutsche Stromnetz. Es transportiert Windstrom aus der Nordsee direkt in die südlichen Verbrauchszentren.

Zieht der Auftraggeber auch die Option für den ersten Bauabschnitt, wächst das Volumen enorm. Bis zu 2,5 Milliarden Euro stehen im Raum. Diese Erfolge im Netzgeschäft federn den Margendruck bei Gamesa ab. Das Management konzentriert sich konsequent auf Bereiche mit technologischer Preissetzungsmacht.

Folgt der nächste Befreiungsschlag?

Um den Unternehmenswert weiter zu steigern, prüft der Vorstand einen radikalen Schritt. Berichten zufolge steht ein strategischer Spin-Off der Industriesparte im Raum. Experten schätzen den Wert dieses Bereichs auf etwa 12 Milliarden Euro. Das entspricht rund neun Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung. Ein solcher Schritt würde die Konzernstruktur deutlich vereinfachen. Parallel dazu setzt eine Abspaltung dringend benötigtes Kapital für das Kerngeschäft frei.

Dieser Mix aus operativer Stärke und KI-Fantasie treibt den Kurs. Allein in der vergangenen Woche legte das Papier um zehn Prozent zu. Am Freitag schloss die Aktie bei 168,88 Euro. Damit notiert der Wert fast punktgenau auf dem 50-Tage-Durchschnitt. Mit einem RSI von 55,5 ist der Titel momentan neutral bewertet.

Charttechnisch bleibt die Lage brisant. Weitere Großaufträge für Rechenzentren könnten rasch neue Impulse liefern. Hält die aktuelle Unterstützung am gleitenden Durchschnitt, rückt das 52-Wochen-Hoch bei 195,54 Euro direkt wieder in den Fokus.

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