Siemens Energy Aktie: 2,6 Gigawatt im Oman-Deal

Siemens Energy profitiert von starker Nachfrage in Gas- und Netztechnik, während die Windtochter Gamesa weiterhin Verluste schreibt.

Auf einen Blick:
  • Gasturbinen und Netztechnik boomen
  • Windkrafttochter Gamesa bleibt defizitär
  • Großauftrag aus dem Oman erhalten
  • Quartalszahlen am 5. August erwartet

Siemens Energy zeigt aktuell zwei Gesichter. Auf der einen Seite boomen Gasturbinen und Netztechnik. Auf der anderen Seite kämpft die Windkrafttochter Siemens Gamesa weiter mit roten Zahlen. Der Markt entscheidet sich klar für die positive Seite der Geschichte.

Die Aktie notiert bei 161,52 Euro, ein Minus von 0,23 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 1,92 Prozent zu Buche, über 30 Tage dagegen ein Plus von 2,37 Prozent. Der Blick aufs Jahr zeigt das eigentliche Bild: Seit Januar hat das Papier 31,53 Prozent zugelegt, binnen zwölf Monaten sogar 75,11 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,54 Euro, erreicht am 24. April 2026, ist der Kurs derzeit 17,4 Prozent entfernt. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 141,14 Euro besteht dagegen weiterhin ein deutlicher Puffer von 14,44 Prozent. Der RSI von 49,4 signalisiert keine Überhitzung, die Volatilität bleibt mit annualisiert 60,37 Prozent aber hoch.

Gasturbinen und Netztechnik liefern Rückenwind

Zwei Sparten tragen aktuell den positiven Trend: Gas Services und Grid Technologies. Bei den Gasturbinen rechnet der Markt mit einem Auftragseingang, der die bisherigen Erwartungen übertreffen könnte. Die Netzsparte profitiert vom weltweiten Ausbau der Stromnetze und der Integration erneuerbarer Energien.

Einen konkreten Beleg für diese Dynamik liefert ein Großauftrag aus dem Oman. Siemens Energy liefert dort sechs wasserstofffähige F-Klasse-Gasturbinen und sechs Generatoren für zwei neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerke. Der Deal umfasst zusätzlich einen Servicevertrag über 20 Jahre und soll Omans Stromerzeugungskapazität um rund 2,6 Gigawatt erhöhen.

Die Turbinen baut Siemens Energy in Berlin, die Generatoren kommen aus Mülheim. Analysten sehen den Marktanteil des Konzerns in Gasturbinen und Netztechnik nach eigenen Berichten weiterhin als unterschätzt an.

Sorgenkind Siemens Gamesa bleibt bestehen

Weniger rosig sieht es bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa aus. Neue Offshore-Aufträge fehlen, ein negativer Cashflow wird bis voraussichtlich 2028 erwartet. Die Sanierung der Windsparte bleibt damit ein zentraler Beobachtungspunkt für den Markt.

Das Management hat seine mittelfristigen Ziele für 2028 dennoch angehoben. Der Konzern strebt eine operative Marge vor Sondereffekten zwischen 14 und 16 Prozent an. Auch für das laufende Geschäftsjahr 2026 wurde die Prognose erhöht: Der Umsatz soll um 14 bis 16 Prozent wachsen, das Nettoergebnis auf rund 4 Milliarden Euro steigen.

Quartalszahlen am 5. August im Blick

Am 5. August veröffentlicht Siemens Energy die Ergebnisse für das dritte Quartal. Investoren richten den Blick vor allem auf zwei Punkte: den Auftragseingang der Netztechnik-Sparte und den Sanierungsfortschritt bei Siemens Gamesa. Bestätigt sich die Stärke in Gas Services und Grid Technologies, dürfte das den Kurs stützen. Bleiben dagegen neue Rückschläge bei Gamesa aus, könnte das Q3-Update den nächsten Impuls für die Aktie liefern.

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