Der Energiekonzern Shell setzt die Bereinigung seines Portfolios fort. Wie das Unternehmen mitteilte, hat die Tochtergesellschaft Shell Offshore Inc. am Dienstag den Verkauf ihrer 50-prozentigen Arbeitsbeteiligung an der Plattform Na Kika sowie den zugehörigen Feldern im Golf von Amerika vollzogen.
Neben dem nicht-operativ geführten Anteil an diesen Förderstätten ging auch die vollständig im Besitz von Shell befindliche Coulomb-Anbindung an die Käufer über. Als Erwerber traten eine Tochtergesellschaft von Talos Energy sowie ein verbundenes Unternehmen von Ridgewood Energy auf. Nach den üblichen Anpassungen zum Transaktionsabschluss flossen Shell Barmittel von rund 840 Millionen $ zu.
Die Transaktion reiht sich in eine Serie von Maßnahmen ein, mit denen der Konzern seine Vermögenswerte strafft und ausgewählte Geschäftsfelder neu ausrichtet. Vor gut drei Wochen übernahm Shell Tri Star Energy; die Aktie legte seither um 4,0 Prozent zu. Während im Upstream-Segment Förderanlagen veräußert werden, baut das Unternehmen andere Bereiche gezielt aus.
Ausbau des Downstream-Geschäfts
Parallel zur Portfoliobereinigung im Fördergeschäft stärkt der Konzern seine Aktivitäten in der Weiterverarbeitung und Vermarktung. Am 15. September nahm Shell die Produktion in einem neuen Schmierfettwerk in Indonesien auf. Der Schritt unterstreicht den Fokus auf margenstarke Endkundenmärkte, insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum.
In diesem Segment kann der Konzern auf eine etablierte Marktposition bauen: Am Dienstag wurde Shell Lubricants im 20. Jahr in Folge als weltweit meistverkaufter Schmierstoffanbieter bestätigt.
Kooperation bei neuen Technologien
Neben den bestehenden Produktlinien investiert Shell in Verfahren für künftige Kraftstoffe. Ebenfalls am 15. September kündigte Shell Global Solutions International B.V. eine Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IKTS und dem Entwicklungsdienstleister AVL an.
Ziel dieser industriellen Kooperation ist die Weiterentwicklung einer Power-to-Liquids-Technologie, die auf Festoxid-Ko-Elektrolyse basiert. Das Vorhaben zielt darauf ab, fortschrittliche synthetische Kraftstoffe effizienter herzustellen.
An der Börse spiegeln die Notierungen die Umbaumaßnahmen der vergangenen Wochen wider. Am Freitag notierte das Papier bei 41,82 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,5 Prozent entspricht. Damit bewegt sich der Kurs weiterhin in Reichweite seines 52-Wochen-Hochs von 42,88 Euro, das Mitte September markiert worden war.
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