Shell Energy North America ordnet die Präsenz auf dem US-amerikanischen Strommarkt neu. Wie das Unternehmen am gestrigen Donnerstag mitteilte, veräußert es seine Beteiligung an RISEC Holdings für einen Preis von 715 Millionen USD an Constellation Energy. Zeitgleich übernimmt die US-Tochter des britischen Energiekonzerns das Gaskraftwerk Hunlock Creek in Pennsylvania vollständig von Riverview Power Holdings.
Verkauf in Rhode Island für 715 Millionen USD
Die Veräußerung in Rhode Island betrifft das State Energy Center in Johnston, ein Combined-Cycle-Gaskraftwerk mit einer Kapazität von 609 Megawatt. Die Anlage, die seit 2002 in Betrieb ist, verfügt über zwei Verbrennungsturbinen sowie eine Dampfturbine.
Constellation Energy gab bekannt, dass sich der Kaufpreis unter Berücksichtigung erwarteter Steuervorteile im ersten Jahr auf rund 580 Millionen USD netto belaufen dürfte. Mit dem für das erste Quartal 2027 geplanten Abschluss der Transaktion endet zudem ein seit 2019 bestehender Energieumwandlungsvertrag für diese Anlage.
Strategische Neuausrichtung in Pennsylvania
Parallel dazu baut Shell die Präsenz im sogenannten PJM-Markt aus, der die Energieversorgung für mehr als 65 Millionen Menschen in 13 US-Bundesstaaten und dem District of Columbia koordiniert. Der Erwerb von Hunlock Creek sichert dem Unternehmen eine Kapazität von insgesamt 169 Megawatt.
Die Anlage nutzt sowohl Combined-Cycle-Technologie als auch Einheiten zur Abdeckung von Lastspitzen, um flexibel auf die Nachfrage im Netz reagieren zu können. Ein Kaufpreis für diese spezifische Akquisition wurde nicht genannt.
Diese Transaktionen sind Teil eines aktiven Portfoliomanagements, mit dem Shell die Effizienz seiner US-Sparte steigern möchte. Während der Verkaufserlös in Rhode Island die Liquidität erhöht, ermöglicht der Zukauf in Pennsylvania einen tieferen Zugang zu einem der größten koordinierten Strommärkte weltweit. Beide Geschäfte stehen derzeit noch unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen.
Finanzielle Stabilität und Marktposition
Die Grundlage für diese strategischen Maßnahmen bildet eine solide operative Entwicklung im laufenden Jahr. Für das zweite Quartal meldete Shell ein bereinigtes Ergebnis von rund 9,8 Milliarden USD sowie einen freien Cashflow in Höhe von 17,5 Milliarden USD. Die Nettoverschuldung des Konzerns belief sich zum Ende dieses Berichtszeitraums auf 41,8 Milliarden USD.
An der Börse zeigt sich der Wert weiterhin in einer starken Verfassung. Das Papier notiert aktuell bei 41,20 € und bewegt sich damit lediglich 1,3 % unter seinem 52-Wochen-Hoch. Investoren blicken auf eine positive Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf zurück: Seit Jahresbeginn konnte die Aktie um 32 % zulegen.
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