Shell liefert operative Bestwerte ab. Die Aktie reagiert mit einem Plus von 0,79 Prozent auf 39,48 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursgewinn von 26,17 Prozent zu Buche.
Raffinerien laufen auf Rekordniveau
Der Auslöser für die gute Stimmung liegt in den Betriebszahlen des zweiten Quartals 2026. Shells Raffinerien erreichten eine Auslastung von 102 Prozent. Das ist ein historischer Höchstwert für den Konzern.
Der Konzern nutzte damit ein Umfeld robuster Margen bei Mitteldestillaten optimal aus. Im Upstream-Geschäft meldete Shell zudem Rekordproduktion in Brasilien.
Auch die Gas-Sparte lieferte starke Zahlen. Zwar gab es in Katar wegen der angespannten Lage in der Region Ausfälle bei den Fördermengen. Das Gemeinschaftsprojekt LNG Canada erreichte im Quartal aber seine volle Kapazität und hat seit der ersten Lieferung vor einem Jahr über 100 Ladungen verschifft.
Aktionäre bekommen erneut Milliarden
Shell hält an seiner Ausschüttungspolitik fest. Der Konzern kündigte das 19. Aktienrückkaufprogramm in Folge an, jeweils mindestens 3 Milliarden Dollar schwer. Für das laufende Quartal summiert sich das Rückkaufvolumen auf 4,2 Milliarden Dollar – darin stecken 3,0 Milliarden Dollar neue Ermächtigung und 1,2 Milliarden Dollar Restvolumen aus früheren Programmen.
Der Vorstand beschloss außerdem eine Quartalsdividende von 0,3906 Dollar je Aktie. Über die vergangenen zwölf Monate schüttete Shell rund 44 Prozent des operativen Cashflows an Aktionäre aus – innerhalb der selbst gesteckten Zielspanne von 40 bis 50 Prozent.
Portfolio wird schlanker, ARC-Deal fast durch
Shell räumt sein Portfolio auf. Die Übernahme von ARC Resources hat grünes Licht der Aktionäre erhalten, der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Der Deal soll bis 2030 zu einem jährlichen Produktionswachstum von 4 Prozent beitragen.
Parallel trennt sich Shell von Randgeschäften:
- Verkauf der Jiffy-Lube-Kette in den USA
- Angekündigter Ausstieg aus dem Marketing-Geschäft in Südafrika
- Geplanter Verkauf der SPRNG-Energy-Beteiligungen in Indien
Bilanz wird solider
Die Nettoverschuldung lag zum Quartalsende bei 41,8 Milliarden Dollar. Die Verschuldungsquote sank von 23,2 Prozent im ersten Quartal auf jetzt 18,7 Prozent. Ein operativer Cashflow von 21,4 Milliarden Dollar half dabei, gestützt durch höhere Energiepreise und einen Zufluss aus dem Working Capital von 3,4 Milliarden Dollar.
Charttechnisch zeigt sich allerdings eine Warnung: Der 14-Tage-RSI steht bei 70,0 und signalisiert eine überkaufte Aktie. Trotzdem bleibt der Kurs mit 39,48 Euro deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 34,80 Euro – ein Zeichen für den intakten langfristigen Aufwärtstrend im Energiesektor.
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