Am Raffineriestandort Pernis kehrt wieder der Normalbetrieb ein. Shell Nederland teilte am Freitag mit, dass die Anlage nach planmäßigen Wartungsarbeiten wieder regulär arbeitet und das damit verbundene Abfackeln beendet ist.
Ein kontrollierter Stillstand war im Vorfeld bis Anfang Oktober angekündigt worden. Damit ist ein operativer Sonderfaktor für den Energiekonzern abgearbeitet, während sich die Aufmerksamkeit am Markt bereits auf die strategische Lage richtet.
Analystenlob und unruhige Ölmärkte
Das übergeordnete Branchenumfeld bleibt von spürbaren Schwankungen geprägt. Laut Reuters gaben die Rohölpreise am Freitag nach, da Händler Signale einer anziehenden Versorgung aus dem Nahen Osten gegen neue Spannungen zwischen den USA und dem Iran abwogen.
In diesem Marktumfeld positionieren sich Marktbeobachter positiv für den Konzern. Am 28. September stufte Analyst Jason Gabelman von TD Cowen die Shell-Aktie weiterhin mit „Buy“ ein und hob das Kursziel von 107 $ auf 115 $ an.
Das Analysehaus verwies in seinem Ausblick auf die anstehenden Quartalszahlen auf die Stärke der Rohstoffpreise infolge der Konflikte im Nahen Osten. Zugleich empfahl TD Cowen den großen Ölkonzernen, vor dem Hintergrund der anhaltenden makroökonomischen Unsicherheiten überschüssige Barmittel einzubehalten.
Kursnähe zum Rekordniveau und strategische Schritte
Die robuste Verfassung des Konzerns spiegelt sich auch im Börsenwert wider. Am Freitag schloss das Wertpapier bei 42,66 €. Seit Jahresanfang summiert sich das Kursplus auf 36 %, womit die Notierung in unmittelbarer Reichweite ihres bisherigen 52-Wochen-Hochs verbleibt.
Rückenwind liefern zudem vorangegangene Portfoliobereinigungen. Vor rund zwei Wochen veräußerte Shell seinen Anteil an der Plattform Na Kika im Golf von Mexiko und sicherte sich bereinigte Barmittel von rund 840 Millionen $. Der Zufluss stärkt die finanzielle Basis, während der Konzern parallel an seinen langfristigen Förderstrukturen arbeitet.
Bei dem Großprojekt LNG Canada fiel der Beschluss für die zweite Ausbauphase, welche die bestehende Kapazität verdoppeln soll. An diesem Vorhaben hält Shell einen Anteil von 40 % und stellt die kommerzielle Inbetriebnahme für die frühen 2030er-Jahre in Aussicht.
Wichtige fundamentale Impulse dürften in wenigen Wochen folgen. Shell hat die Vorlage der Zwischenergebnisse für das dritte Quartal 2026 sowie die Bekanntgabe der Zwischendividende für den 29. Oktober 2026 um 07:00 Uhr GMT angekündigt.
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