Aramco lässt seine Offshore-Anlagen im Marjan-Feld ausbauen und holt dafür den US-Ingenieurdienstleister KBR ins Boot. Gleichzeitig sorgt der Ölriese mit einer Preisentscheidung für Gesprächsstoff, während am Ölmarkt Bewegung herrscht.
Marjan-Feld: Modernisierung vergeben
KBR teilte heute mit, von Aramco einen Ingenieurauftrag für das Marjan-Feld im Arabischen Golf erhalten zu haben. Das Unternehmen übernimmt Engineering und Projektabwicklung für Offshore-Anlagen, darunter Verarbeitung, Gasverdichtung und Strominfrastruktur. Finanzielle Details nannte KBR nicht.
Die Arbeiten sollen vor allem aus den Büros in Houston und Al-Khobar laufen. Laut KBR soll das Projekt die Förderkapazität des Feldes nach den jüngsten Ausbauschritten sichern. Zudem soll es die Aufbereitung von Begleitgas stärken. Digitale Technik, Automatisierung und Verbesserungen am Stromsystem gehören zum Paket.
Für Aramco ist der Auftrag Teil der laufenden Pflege wichtiger Förderanlagen. Gasverdichtung und Verarbeitung rücken dabei in den Vordergrund, ein Feld, auf dem der Konzern seine Kapazitäten ausbauen will.
Preissenkung für Asien
Parallel dazu überraschte Aramco den Markt bei den Verkaufspreisen. Für November senkte der Konzern seine offiziellen Preise für Rohöl nach Asien so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Hintergrund ist die Erholung der Ölströme aus dem Nahen Osten nach Monaten der Störungen im Zuge des Iran-Kriegs. Berichten zufolge nähern sich die Exporte der Region wieder dem Vorkriegsniveau.
Der Ölpreis reagierte zunächst schwach. Zusätzlichen Druck brachte die G7-Ankündigung, 100 Millionen Barrel aus Notreserven freizugeben. Die US-Sorte WTI fiel zeitweise auf 86,86 Dollar je Barrel, den tiefsten Stand seit einem Monat. Im Handelsverlauf erholte sie sich und notierte zuletzt bei 89,25 Dollar.
Risiko Jemen bleibt
Gestützt wurden die Preise von Sorgen um die Versorgung. Die Huthi-Miliz erklärte am Montag, mehrere Ziele in Saudi-Arabien angegriffen zu haben, darunter den Flughafen King Khalid in Riad. Bestätigt hat Riad das nicht.
Für Aramco bleibt die Lage zweigleisig: Sinkende Verkaufspreise könnten Marktanteile sichern, belasten aber die Erlöse je Barrel. Parallel erhöhen die Angriffsmeldungen das Risiko für Infrastruktur und Lieferketten im Königreich. Die nächsten Preisentscheidungen für Dezember dürften zeigen, ob Aramco den Kurs der Zurückhaltung fortsetzt.
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