Nach einer Serie von sieben verlustreichen Quartalen steht der südkoreanische Batterihersteller Samsung SDI unmittelbar vor der Rückkehr in die Gewinnzone. Marktbeobachter prognostizieren für das zweite Quartal 2026 einen operativen Turnaround, der maßgeblich durch staatliche Förderungen in den USA und eine robuste Nachfrage im Bereich der Energiespeichersysteme (ESS) getrieben wird. Während der breite Marktsektor für Elektrofahrzeuge weiterhin mit Herausforderungen kämpft, zeichnet sich bei Samsung SDI eine Entkopplung durch Diversifizierung und regulatorische Sondereffekte ab.
Ende der Verlustserie im zweiten Quartal
Analysten von Shinyoung Securities erwarten für das abgelaufene zweite Quartal einen operativen Gewinn von 31,2 Milliarden Won. Damit würde das Unternehmen erstmals seit dem dritten Quartal 2024 wieder schwarze Zahlen auf operativer Ebene schreiben. Diese Einschätzung liegt deutlich über dem bisherigen Marktkonsens, der im Durchschnitt noch von einem operativen Verlust in Höhe von 39,6 Milliarden Won ausgegangen war. Auch andere Analysehäuser wie Yuanta Securities mit einer Prognose von 95 Milliarden Won und NH Investment & Securities mit 81,8 Milliarden Won signalisieren eine deutliche Erholung der Ertragskraft.
Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung sind staatliche Unterstützungen. Im Rahmen des US-amerikanischen Advanced Manufacturing Production Tax Credit (AMPC) werden Gutschriften in Höhe von 97,7 Milliarden Won erwartet, was einer Steigerung von 21 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Hinzu kommt eine erwartete Zollrückerstattung aus den USA, die sich auf rund 100 Milliarden Won belaufen dürfte. Aktuell notiert die Aktie bei 62,40 Euro, womit das Papier rund 39,71 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch liegt. Trotz des heutigen Kursrückgangs von 2,19 Prozent stützen die fundamentalen Erwartungen das Vertrauen der Investoren.
ESS und kleine Batterien als Wachstumsmotoren
Während der Umsatz mit Batterien für Elektrofahrzeuge im Quartalsvergleich voraussichtlich um 10 Prozent gesunken ist, kompensieren andere Geschäftsbereiche diese Schwäche. Der Bereich der Energiespeichersysteme (ESS) profitiert von einer hohen Auslastung, die in einigen Segmenten die Marke von 100 Prozent erreicht. Laut Medienberichten konnte sich Samsung SDI rund 66 Prozent der Aufträge bei nationalen Netzausbauprojekten in der Honam-Region sichern. Die Analysten von Shinyoung Securities prognostizieren, dass der ESS-Umsatz bis zum Jahr 2027 auf 7 Billionen Won ansteigen könnte, was einem Zuwachs von 61 Prozent entspräche.
Parallel dazu zeigt das Geschäft mit kleinen Batterien eine positive Tendenz mit einem erwarteten Umsatzplus von 10 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Besonders die Nachfrage nach Batterien für unterbrechungsfreie Stromversorgungen (UPS) und Elektrowerkzeuge stützt dieses Segment. Für das vierte Quartal plant das Unternehmen zudem die Inbetriebnahme einer neuen Produktionslinie für Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) mit einer Kapazität von 22 Gigawattstunden, um die wachsende Nachfrage im ESS-Markt zu bedienen.
Ausblick auf Feststoffbatterien und das zweite Halbjahr
Für die zweite Jahreshälfte 2026 wird eine weitere Beschleunigung der Erholung erwartet. Ein wichtiger Treiber ist die Belieferung europäischer Standorte von Hyundai und Kia mit Batterien für deren neue Elektro-Modelle. Die Auslastung des Werks in Ungarn soll in der zweiten Jahreshälfte auf 70 Prozent steigen, was einer Verbesserung um 20 Prozentpunkte entspricht. Analyst Park Jin-soo von Shinyoung Securities hält an seinem Kursziel von 830.000 Won fest und empfiehlt den Wert weiterhin zum Kauf.
Langfristig richtet sich der Fokus auf die nächste Generation der Batterietechnologie. Samsung SDI hat bereits Muster seiner Feststoffbatterien produziert und plant die Massenproduktion für das Jahr 2027. In diesem Zusammenhang wird eine enge Partnerschaft mit dem Automobilhersteller BMW als wahrscheinlich angesehen. Bis 2027 könnte der konsolidierte operative Gewinn des Konzerns laut Schätzungen ein Niveau von 1,3 Billionen Won erreichen, sofern die Markteinführung dieser neuen Technologien planmäßig verläuft.
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