Die Bundesnetzagentur hat Pläne für eine Neugestaltung der Netzentgelte ab 2029 vorgelegt. Künftig sollen auch Betreiber von Wind- und Solarparks sowie von Stromspeichern zu den jährlichen Netzkosten von rund 37 Milliarden Euro beitragen. Für RWE, das derzeit den größten Batteriespeicher Deutschlands baut, könnte diese Reform die Rahmenbedingungen verschieben.
Reform trifft Erzeuger und Speicher
Bislang trugen vor allem private Solaranlagenbetreiber die Last. Die Ausweitung auf gewerbliche Erzeuger und Speicherbetreiber begründet Netzagentur-Chef Klaus Müller mit einem „Gebot der Fairness“. Bestandsanlagen genießen einen Vertrauensschutz von 20 Jahren. Bei Neuanlagen jedoch könnten die veränderten Kosten die Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen – Branchenverbände warnen vor einer Bremswirkung für den Ausbau erneuerbarer Energien.
Hintergrund der Reform sind die zunehmenden Stunden mit negativen Börsenstrompreisen, insbesondere an Feiertagen. Die Kosten des Netzausbaus sollen breiter verteilt werden, doch die konkrete Ausgestaltung bleibt offen. Das Infrastruktur-Sondervermögen der Bundesnetzagentur erreicht derzeit erst 45 Prozent seiner Meilensteine.
Großspeicher als strategischer Pfeiler
Parallel zum regulatorischen Gegenwind treibt RWE sein Speichergeschäft voran. Am Standort Gundremmingen entsteht ein Batteriespeicher mit 400 Megawatt Leistung und 700 Megawattstunden Kapazität – der größte in Deutschland. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2027 geplant. Solche Anlagen gelten als Schlüssel für die Netzstabilität bei hohem Anteil volatiler Erzeuger.
Die Rwe-Aktie notierte am Freitag bei 54,20 Euro – ein Minus von 5,5 Prozent binnen einer Woche. Damit liegt der Kurs 12 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 61,70 Euro, aber immer noch 64 Prozent über dem Tief des Vorjahres. Der RSI von 42,5 deutet auf eine neutrale bis leicht unterkühlte Stimmung hin.
Ob die Reform der Netzentgelte die Rendite großvolumiger Speicherprojekte wirklich schmälert, wird sich an den konkreten Kostenbeteiligungen zeigen müssen. Der Ausbau der Speicherinfrastruktur bleibt für die Netzstabilität zentral – aber zu welchem Preis für die Betreiber, entscheiden die Detailregelungen der Bundesnetzagentur.
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