In der britischen Nordsee braut sich juristischer Widerstand gegen RWE zusammen. Die Betreiber des weltgrößten Windparks wollen das nächste Großprojekt der Essener vor Gericht stoppen. Der Vorwurf wiegt schwer: Die neuen Turbinen nehmen den bestehenden Anlagen den Wind weg.
Widerstand gegen Dogger Bank South
Ein Konsortium aus SSE, Equinor und Vargronn wehrt sich gegen die staatliche Genehmigung für „Dogger Bank South“. RWE plant dieses Vorhaben gemeinsam mit dem Partner Masdar. Ende Juni beantragten die Kläger eine gerichtliche Überprüfung der Entscheidung.
Sie fürchten finanzielle Einbußen durch einen sogenannten Wind-Abschattungseffekt. Zusätzliche Turbinen in der unmittelbaren Nachbarschaft könnten den Windfluss für die bereits installierten Anlagen stören. Die Folge wäre eine sinkende Profitabilität des bestehenden Windparks.
Expansion trotz Gegenwind
RWE hält offiziell an seinen Plänen fest. Ein Sprecher verwies auf die transparente Prüfung durch die britischen Behörden vor der Erteilung der Genehmigung. Dogger Bank South gilt als strategischer Pfeiler für das Wachstum bis zum Jahr 2030.
Parallel dazu meldet der Konzern Fortschritte aus Südeuropa. In der italienischen Region Kampanien gingen die ersten kommerziellen Agri-PV-Anlagen ans Netz. Diese liefern 19 Megawatt für rund 13.000 Haushalte.
Kursentwicklung und Bilanz
Die Börse reagiert bisher gelassen auf den Rechtsstreit in der Nordsee. Die Rwe-Aktie notiert aktuell bei 56,42 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus damit auf über 20 Prozent. Im 12-Monats-Vergleich kletterte das Papier sogar um 58,57 Prozent.
In den nächsten Wochen entscheidet das britische Justizsystem über die Zulassung der Klage. Investoren achten zudem auf den langfristigen Ausbau wasserstofffähiger Kraftwerke. Bis zum Jahr 2031 plant RWE eine deutliche Steigerung des bereinigten EBITDA durch das grüne Portfolio.
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