Rwe zieht einen Schlussstrich unter sein US-Offshore-Windgeschäft — und lässt sich das teuer bezahlen. Die US-Tochter des Essener Konzerns hat sich mit dem amerikanischen Innenministerium auf eine Ausgleichszahlung von 1,22 Milliarden Dollar geeinigt. Im Gegenzug gibt RWE sämtliche Pachtrechte für Windprojekte vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana zurück und verzichtet auf weitere rechtliche Ansprüche.
Der Hintergrund: RWE hatte die Projekte 2022 unter der Regierung von Joe Biden erworben, der den Ausbau von Windkraft massiv förderte. Mit Donald Trump im Amt änderte sich der politische Kurs — Genehmigungen blieben aus, Auflagen türmten sich. RWE zog vor Gericht, verhandelte parallel mit den Behörden. Das Ergebnis liegt nun vor, und der Markt honoriert es: Die Aktie erholte sich am Nachmittag von ihrem tiefsten Stand seit Mitte Juli bei 55,18 Euro und zog zeitweise um 2,9 Prozent auf 56,90 Euro an.
Kapital fließt in neue US-Projekte
RWE lässt das Geld nicht liegen. Die US-Sparte soll sich künftig auf Projekte mit verlässlicherer Genehmigungslage konzentrieren — dazu zählt eine Beteiligung von 900 Millionen Dollar am Bau eines LNG-Terminals in Louisiana sowie reservierte Gasturbinenkapazitäten im Wert von 300 Millionen Dollar für den Aufbau von 15 Spitzenlast-Gaskraftwerken.
Die Dimension der US-Strategie bleibt beachtlich: Rund 17 Milliarden Euro will der Konzern in den kommenden sechs Jahren investieren, um die Erzeugungskapazität von aktuell 13 Gigawatt auf 22 Gigawatt bis 2031 zu steigern. Der Rückzug aus dem Offshore-Wind-Geschäft in den USA ist damit kein genereller Rückzug vom amerikanischen Markt, sondern eine Umschichtung — weg von politisch blockierten Projekten, hin zu Gas und LNG.
Offshore-Wind bleibt global im Portfolio
Beim Ausbau der Windkraft auf See setzt RWE weiterhin auf internationale Standorte. Der Konzern zählt sich mit 18 Offshore-Windparks in Betrieb und vier weiteren im Bau zu den führenden Anbietern weltweit. Hinzu kommen 6,9 Gigawatt an gesicherter Kapazität aus der jüngsten britischen Ausschreibungsrunde für Offshore-Wind.
Für RWE dürfte der Vergleich vor allem eines bringen: Klarheit. Statt weiter auf eine ungewisse Genehmigungslage in den USA zu warten, fließt frisches Kapital in Projekte mit planbarerer Perspektive — ein Kurswechsel, der beim Markt am Donnerstag zumindest kurzfristig gut ankam.
Rwe-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rwe-Analyse vom 06. August liefert die Antwort:
Die neusten Rwe-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rwe-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
