Der Energiekonzern Rwe hat eine weitreichende strategische Neuausrichtung seines US-Geschäfts eingeleitet. Wie das Unternehmen am vergangenen Donnerstag bekannt gab, erzielte die Tochtergesellschaft RWE U.S. Offshore eine Vergleichsvereinbarung mit dem US-Innenministerium. Für die Rückgabe sämtlicher Offshore-Windpark-Pachten in der New York Bight sowie vor den Küsten von Kalifornien und Louisiana erhält der Konzern Ausgleichszahlungen in Höhe von 1,22 Milliarden US-Dollar, was rund 1,04 Milliarden Euro entspricht.
Massive Investitionen in den US-Energiemarkt
Trotz des Rückzugs aus den genannten Offshore-Projekten forciert RWE seine Präsenz auf dem US-Markt in anderen Bereichen. Medienberichten zufolge investiert das Unternehmen über RWE Americas rund 900 Millionen US-Dollar in eine 16-prozentige Beteiligung an einem LNG-Projekt in Louisiana. Ergänzend dazu wurden Vereinbarungen über Gasturbinenkapazitäten im Wert von 300 Millionen US-Dollar getroffen.
In den kommenden sechs Jahren plant der Konzern Investitionen von insgesamt rund 17 Milliarden Euro in den USA. Ziel dieser Ausbauoffensive ist es, die dortige Erzeugungskapazität von derzeit 13 Gigawatt bis zum Jahr 2031 auf 22 Gigawatt zu steigern. Damit unterstreicht RWE die Bedeutung Nordamerikas als zentralen Pfeiler der internationalen Wachstumsstrategie.
Starke Halbjahreszahlen führen zu Prognoseerhöhung
Die operativen Geschäfte entwickelten sich in den ersten sechs Monaten des Jahres äußerst positiv. Laut einer Mitteilung vom 28. Juli übertraf das bereinigte EBITDA mit 3,011 Milliarden Euro die Markterwartungen deutlich. Das bereinigte Nettoergebnis wurde für diesen Zeitraum mit 1,257 Milliarden Euro beziffert. Besonders die Segmente Energiehandel, Onshore/Solar sowie die Flexible Erzeugung trugen maßgeblich zu diesem Ergebnis bei.
Infolge dieser starken Performance hob der Vorstand die Ziele für das Gesamtjahr 2026 an. Das bereinigte EBITDA wird nun in einer Spanne von 5,75 bis 6,35 Milliarden Euro erwartet, nachdem zuvor 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren. Auch für das kommende Jahr 2027 wurden die Erwartungen nach oben korrigiert, wobei das Unternehmen nun ein bereinigtes Nettoergebnis von bis zu 2,7 Milliarden Euro anpeilt.
Kapitalmaßnahme und Ausblick auf den Zwischenbericht
Bereits im Juni hatte RWE die Weichen für weiteres Wachstum im Heimatmarkt gestellt. Durch die Aufstockung der Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion auf 55 Prozent übernahm der Konzern die Mehrheit an dem Unternehmen. Finanziert wurde dieser Schritt unter anderem durch eine Kapitalerhöhung, die dem Unternehmen etwas mehr als 4 Milliarden Euro an frischem Eigenkapital einbrachte. Die kartellbehördliche Freigabe für die Amprion-Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.
An der Börse wird die Entwicklung des Versorgers positiv gewürdigt. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie bereits um 24,44 Prozent zulegen. Am Freitag schloss das Papier bei 56,32 Euro. Damit notiert der Wert aktuell rund 9,16 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 62,00 Euro.
Anleger richten ihre Aufmerksamkeit nun auf den kommenden Donnerstag, den 13. August. Dann wird RWE den vollständigen Zwischenbericht zum ersten Halbjahr vorlegen und detaillierte Einblicke in die Spartenergebnisse sowie den Fortschritt der US-Projekte geben. Zudem wird die kommende Woche durch weitere Quartalszahlen aus der Energiebranche geprägt sein.
Rwe-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rwe-Analyse vom 09. August liefert die Antwort:
Die neusten Rwe-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rwe-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
