An einem einzigen Tag meldet Ramaco Resources gleich drei Absichtserklärungen rund um sein Projekt Brook Mine in Wyoming. Die Kohle- und Kritische-Rohstoffe-Firma verknüpft sich mit Indium Corporation, Bedrock Semiconductor und dem Recycling-Spezialisten roboLoop. Im Zentrum steht ein Rohstoff, der derzeit zu über 95 Prozent aus China stammt: Gallium.
Drei Partner, ein Rohstoff
Mit Indium Corporation aus dem Bundesstaat New York geht es um die mögliche Lieferung von Gallium und Germanium aus Brook Mine für die Halbleiter- und Elektronikindustrie.
Bedrock Semiconductor aus Pennsylvania entwickelt Galliumnitrid-Bauteile für Rechenzentren, Elektrofahrzeuge und Energietechnik – auch hier soll Rohmaterial aus Wyoming künftig einfließen. roboLoop wiederum bringt eine andere Rohstoffquelle ins Spiel: Das Unternehmen recycelt per Robotik und künstlicher Intelligenz Elektroschrott, etwa aus Flachbildschirmen, und will galliumhaltige Reststoffe an Ramaco liefern.
Alle drei Vereinbarungen sind ausdrücklich unverbindlich. Ramaco spricht selbst von „non-binding memoranda of understanding“ – verbindliche Lieferverträge existieren nicht, sie sollen erst nach Prüfung, Verhandlung und dem erfolgreichen Ausbau der Brook-Mine-Anlage folgen. Das Projekt gilt weiterhin als Explorationsstufe, eine kommerzielle Förderung ist nicht gesichert.
Strategie hinter den Deals
Die Häufung der Partnerschaften fügt sich in eine größere Linie: Ramaco will Brook Mine als heimische Alternative zur chinesisch dominierten Gallium-Lieferkette positionieren. Die Einbindung von e-Waste-Material über roboLoop knüpft dabei an eine im Juli 2026 veröffentlichte technische Konzeptstudie an, die Elektroschrott als zusätzliche Rohstoffquelle für die geplante Carbochlorinierungsanlage in Sheridan identifiziert hatte.
Für Ramaco ist die Häufung an Absichtserklärungen ein Signal an potenzielle Abnehmer aus der Halbleiter- und Verteidigungsindustrie, dass sich um Brook Mine ein Nachfragenetzwerk formiert – noch bevor die Anlage überhaupt steht. Ob aus den drei Absichtserklärungen tatsächlich Lieferverträge werden, hängt von der erfolgreichen Entwicklung des Projekts sowie noch abzuschließenden Detailverhandlungen ab.
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