Plug Power sammelt abseits der Bilanzsorgen neue Referenzprojekte ein. Sowohl in Großbritannien als auch in Australien fiel bei zwei Wasserstoffvorhaben mit Beteiligung des Unternehmens die finale Investitionsentscheidung – ein Signal, dass die Technologie trotz des laufenden Sparkurses weiter gefragt ist.
Zwei finale Investitionsentscheidungen binnen Tagen
Für das 50-Megawatt-Projekt Hunter Valley Hydrogen Hub in Australien, das Elektrolyseure von Plug Power einsetzt, fiel die finale Investitionsentscheidung. Kurz zuvor erreichte auch das Barrow Green Hydrogen Project für Carlton Power in Großbritannien diesen Meilenstein – ein 30-Megawatt-Vorhaben, das Teil einer größeren 55-Megawatt-Vergabe ist und ebenfalls auf Technologie von Plug Power setzt.
Beide Projekte liefern dem Unternehmen konkrete Referenzen im internationalen Elektrolyseur-Geschäft, das parallel zum margenschwächeren Nordamerika-Geschäft an Bedeutung gewinnen soll.
Diese Fortschritte fallen in eine Phase, in der Plug Power sein Portfolio deutlich strafft. Vor über einem Monat hatte das Unternehmen sein Antwerpen-Projekt für grünen Wasserstoff aufgegeben, für das ursprünglich eine Investition von 400 Millionen Euro vorgesehen war – die belgische Tochtergesellschaft musste dafür 13,6 Millionen Euro abschreiben.
Ebenfalls bereits verarbeitet wurde der Verkauf der Projektanlagen in Graham, Texas, an Stream US Data Centers für bis zu 76,5 Millionen Dollar, von denen 50 Millionen Dollar bei Abschluss flossen.
Kerngeschäft mit Wachstumssignal
Während sich Plug Power von kapitalintensiven Wasserstoffprojekten trennt, wächst das ursprüngliche Brennstoffzellengeschäft. Amazon und Walmart, die beiden größten Kunden im Bereich Materialtransport, wollen in den kommenden drei Jahren mehr als 20.000 GenDrive-Brennstoffzelleneinheiten erneuern. Das bestätigte das Management vor rund einer Woche und liefert damit einen mehrjährigen Umsatzanker für das Servicegeschäft, das zuletzt ohnehin an Fahrt gewann.
Bei den Quartalszahlen vor gut einer Woche hatte Plug Power einen Umsatz von 178,3 Millionen Dollar für das zweite Quartal 2026 ausgewiesen, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorquartal, bei einem Nettoverlust von 188,21 Millionen Dollar.
Die Bruttomarge nach GAAP verbesserte sich auf nahezu die Gewinnschwelle von minus 0,9 Prozent, nach minus 31 Prozent im Vorjahreszeitraum – ein Fortschritt, den das Unternehmen auf Kostensenkungen und wachsende Serviceumsätze zurückführt. Für das Gesamtjahr 2026 hob Plug Power die Umsatzwachstumsprognose auf eine Spanne von 15 bis 16 Prozent an.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse hat sich die operative Verbesserung noch nicht in einer Kurserholung niedergeschlagen. Die Aktie notiert aktuell bei 1,83 Euro und büßte allein in den vergangenen sieben Tagen 5,9 Prozent ein.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 4,04 Euro, erreicht am 6. Oktober 2025, trennen das Papier inzwischen 55 Prozent. Der Titel bewegt sich damit weiterhin deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 2,13 Euro, was auf einen fortgesetzten Abwärtstrend hindeutet.
Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Auf der operativen Seite mehren sich positive Signale aus dem internationalen Projektgeschäft und dem margenstärkeren Servicebereich. Der Kapitalmarkt honoriert das bislang nicht, solange die Nettoverluste hoch bleiben. Die nächste Standortbestimmung liefert Plug Power mit den Zahlen zum dritten Quartal 2026, die für den 9. November angesetzt sind.
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