Bringt der jüngste Großauftrag in Dänemark die Wende für Plug Power? Zwar verschafft der geschlossene Vertrag mit Arcadia eFuels dem Wasserstoffspezialisten eine öffentlichkeitswirksame Referenz, doch bei genauerem Hinsehen dämpfen wesentliche Vorbehalte die Euphorie. Die geplanten Lieferungen für das ENDOR-Projekt im Hafen Vordingborg sind an aufschiebende Bedingungen geknüpft.
An den Börsen spiegelt sich diese Vorsicht wider. Im deutschen Handel notiert das Papier bei 1,72 Euro, was einem Tagesplus von 1,6 Prozent entspricht. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 4,04 Euro liegt der Kurs weiterhin deutlich im Minus.
Ungelöste Finanzierungsfragen und aufgeschobene Lieferungen
Gestern unterzeichnete Plug Power die Vereinbarung über 280 Megawatt an GenEco-Elektrolyseuren für den dänischen Standort. Bei vollständiger Inbetriebnahme soll die Anlage täglich rund 110 Tonnen Wasserstoff produzieren, den Arcadia eFuels mit abgeschiedenem Kohlendioxid zu synthetischem Flugkraftstoff weiterverarbeitet. Zum finanziellen Gesamtvolumen und zu verbindlichen Lieferterminen machten die Vertragspartner keine Angaben.
Für Plug Power ist die Nachricht zweischneidig. Das Unternehmen verbucht zwar einen Prestigevertrag, allerdings verbleibt die operative Umsetzung vorerst in der Schwebe. Erst wenn der Auftraggeber die ausstehende finale Investitionsentscheidung trifft und die offizielle Baufreigabe erteilt, beginnen die Auslieferungen. Vorher fließen keine Einnahmen aus dem Vorhaben.
Belastete Bilanz trifft auf anspruchsvolle Rahmenbedingungen
Zusätzlich wurde Plug Power als bevorzugter Ausrüster für vier weitere Projekte von Arcadia eFuels in Europa und Amerika ausgewählt, die eine Gesamtkapazität von mehr als einem Gigawatt umfassen. Hierbei handelt es sich um unverbindliche Optionen und keine festen Bestellungen. Parallel dazu belasten hohe Finanzierungskosten und ein anhaltend negativer Mittelabfluss die Bilanz des Unternehmens.
Hoffnung setzt der Sektor auf regulatorische Impulse wie die europäische ReFuelEU-Aviation-Initiative, die ab 2030 verbindliche Anteile synthetischer Treibstoffe verlangt.
Plug Power baut zudem ein System mit 100 Megawatt für die portugiesische Galp-Raffinerie in Sines und meldete im Juli die Investitionsentscheidung für einen 50-Megawatt-Standort in Australien. Die Bewährungsprobe für die Aktie liegt nun darin, ob diese Vorhaben planmäßig in ertragswirksame Umsätze übergehen.
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