Eine geplatzte Fusion schreckt Anleger normalerweise auf. Das Ende der Gespräche über einen 180-Milliarden-Dollar-Deal sorgt bei Phillips 66 hingegen für Klarheit. Der US-Konzern beweist, dass er alleine besser fährt.
Fokus auf Schuldenabbau und Effizienz
Der Kurs liegt aktuell bei 208,70 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit um 90 Prozent zugelegt. Ein RSI-Wert von über 75 signalisiert derzeit jedoch eine technisch überkaufte Lage.
Ungeachtet der Marktdynamik hat Phillips 66 seine Nettoverschuldung auf rund 16,5 Milliarden US-Dollar reduziert. Dieses Ziel erreichte das Management deutlich früher als ursprünglich geplant. Ein starker Cashflow im zweiten Quartal stützte diese finanzielle Sanierung.
Das Unternehmen trennte sich ferner von Randbereichen. Die Erlöse aus diesen Verkäufen überstiegen die Marke von 3 Milliarden US-Dollar. Die frei werdenden Mittel fließen direkt in den Ausbau profitabler Standorte wie die Raffinerien Borger und Wood River.
Starke Margen im Raffineriegeschäft
Das Marktumfeld spielt dem Konzern in die Karten. Weltweit bleiben die Raffineriekapazitäten knapp. Im zweiten Quartal erzielte Phillips 66 eine Marge von über 24 US-Dollar pro Barrel.
Geopolitische Krisen im Nahen Osten stützen diese Entwicklung zusätzlich. Die Knappheit bei Kraftstoffen sorgt für anhaltend hohe Gewinne im Kerngeschäft. Branchenexperten rechnen damit, dass diese Situation bis zum Jahresende anhält.
Im Bereich der erneuerbaren Energien erreicht der Standort Rodeo in Kalifornien die volle Betriebsbereitschaft. Dort produziert Phillips 66 nun Biokraftstoffe und nachhaltigen Flugzeugsprit. Die Wirtschaftlichkeit dieses Segments verbesserte sich zuletzt spürbar.
Strategie für das Jahresende
Im vierten Quartal erwartet das Unternehmen eine höhere Kapazität bei der Coastal Bend NGL-Pipeline. Parallel dazu treibt der Konzern seine Infrastrukturprojekte im Permian-Becken voran. Diese Maßnahmen sollen die Exportfähigkeit von Flüssiggas steigern.
Anleger blicken außerdem auf die angekündigten Ausschüttungen. Phillips 66 will weiterhin 50 Prozent des operativen Cashflows über Dividenden und Aktienrückkäufe zurückgeben. Weitere Details zur Optimierung der inländischen Pipelines folgen voraussichtlich im letzten Jahresviertel.
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