Petrobras Aktie: Braskem springt mit 643 Millionen zurück

Petrobras vertieft die Partnerschaft mit Pemex, bestellt vier effizientere Tanker und zahlt Rekordsteuern. Braskem kehrt in die Gewinnzone zurück.

Auf einen Blick:
  • Zweiter Vertrag mit Pemex geplant
  • Vier neue Tanker für 427 Millionen
  • Steuerzahlungen steigen um 17 Prozent
  • Braskem meldet Nettogewinn von 643 Millionen

Der brasilianische Energiekonzern Petrobras stellt die Weichen für eine verstärkte internationale Zusammenarbeit und investiert massiv in die eigene Logistik. Im Zentrum der aktuellen Entwicklungen steht eine vertiefte Kooperation mit dem mexikanischen Staatskonzern Pemex sowie die Modernisierung der Tankerflotte. Parallel dazu unterstreichen neue Zahlen die enorme fiskalische Bedeutung des Unternehmens für den brasilianischen Staatshaushalt.

Strategische Allianz mit Mexiko rückt näher

Die diplomatischen Bemühungen um eine engere Zusammenarbeit im lateinamerikanischen Energiesektor gewinnen an Fahrt. Brasiliens Präsident Lula da Silva und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum erörterten gestern in einer Videokonferenz die Fortschritte der Kooperation zwischen Petrobras und Pemex. Dabei wurde deutlich, dass nach einem ersten Abkommen im Juni bereits ein zweiter Vertrag zur Unterzeichnung bereitsteht. Dieser soll insbesondere die Bereiche Raffinerie und den Verkauf von Kraftstoffen abdecken.

Die Partnerschaft ist auf zwei Jahre angelegt und sieht einen umfassenden Wissensaustausch vor. Während Pemex von der technologischen Expertise der Brasilianer bei der Tiefsee-Exploration profitieren möchte, erhält Petrobras einen verbesserten Zugang zu Projekten im Golf von Mexiko.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich zudem auf die Bereiche Düngemittelproduktion, Gasverarbeitung und Technologien zur CO2-Abscheidung. Präsidentin Sheinbaum lobte in diesem Zusammenhang die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens, die durch ein Wachstum von über 3 Prozent und eine sinkende Inflation gekennzeichnet sei.

Großauftrag für Tanker-Flotte und hohe Steuerlast

Parallel zur internationalen Expansion investiert die Logistiktochter Transpetro in die Modernisierung der maritimen Infrastruktur. Im Rahmen des Programms „Mar Aberto“ wurden vier neue MR1-Tanker im Wert von insgesamt 427 Millionen US-Dollar bestellt.

Diese Schiffe sollen eine um 20 Prozent höhere Treibstoffeffizienz aufweisen und den Emissionsausstoß um rund 30 Prozent senken. Die Neubauten sind für den Einsatz von Biokraftstoffen vorbereitet und verfügen über fortschrittliche Telemetrie-Systeme.

Gleichzeitig veröffentlichte das Unternehmen Daten zu seinen massiven Abgaben an den brasilianischen Fiskus. Im ersten Halbjahr 2026 zahlte Petrobras insgesamt 161 Milliarden Real an Steuern und Lizenzgebühren. Davon entfielen rund 98,7 Milliarden Real auf den Bund, was etwa 6,1 Prozent der gesamten Bundeseinnahmen entspricht.

Die Abgaben an die Bundesstaaten beliefen sich auf 61,1 Milliarden Real. Der sogenannte „Government Take“ stieg damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent, was auch auf eine Exportsteuer zurückzuführen ist.

Rückenwind durch Beteiligungen und Marktentwicklung

Positive Signale kommen zudem von der Beteiligungsseite. Das Petrochemieunternehmen Braskem, an dem Petrobras signifikante Anteile hält, konnte im zweiten Quartal 2026 die Rückkehr in die Gewinnzone feiern.

Mit einem Nettogewinn von 643 Millionen US-Dollar wurde der Vorjahresverlust von 45 Millionen US-Dollar deutlich revidiert. Der Umsatz von Braskem stieg um 37 Prozent auf 4,30 Milliarden US-Dollar, was vor allem auf höhere Margen und die angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten zurückgeführt wird.

An der Börse reagierten Anleger wohlwollend auf die Nachrichtenlage und die operativen Fortschritte. Die Aktie notiert aktuell bei 7,30 € und verzeichnete heute ein Plus von 2,8 %. Damit setzt das Papier seinen langfristigen Aufwärtstrend fort; seit Jahresbeginn konnte der Wert bereits um 49 % zulegen.

Trotz der hohen Steuerlast und der volatilen Rohstoffmärkte scheint die strategische Neuausrichtung auf Effizienz und regionale Partnerschaften das Vertrauen der Investoren zu festigen.

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