Petrobras Aktie: 600 Millionen für Subsea-Ausrüstung

Petrobras profitiert von steigenden Ölpreisen durch Nahost-Krise. Analysten sehen im Raffineriegeschäft einen zusätzlichen Gewinntreiber.

Auf einen Blick:
  • Brent-Rohöl über 94 Dollar gestiegen
  • Raffinerie-Sparte als Cashflow-Motor
  • Kursziel von 56 Real bis 2027
  • Großauftrag für Tiefseeausrüstung

Die Eskalation der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten hat den globalen Ölmarkt fest im Griff und sorgt bei dem brasilianischen Energieriesen Petrobras für deutlichen Rückenwind. Während die Rohölpreise der Sorte Brent infolge anhaltender militärischer Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran sowie Blockadedrohungen im Roten Meer auf über 94 US-Dollar pro Barrel kletterten, rückt die operative Stärke des Konzerns zunehmend in den Fokus der Analysten.

Geopolitische Spannungen treiben die Notierungen

Der Ölmarkt reagiert empfindlich auf die elfte Nacht in Folge mit US-Luftschlägen gegen Ziele im Iran und Drohungen der Huthi-Rebellen gegen den Schiffsverkehr vor Saudi-Arabien. Laut Berichten von Reuters und anderen Medien führt dies dazu, dass wichtige Transitrouten wie die Straße von Hormus und das Rote Meer zunehmend gemieden werden, was die Versorgungsängste befeuert. In diesem Marktumfeld konnte die Petrobras-Aktie heute zulegen und notiert bei 7,39 €, was einem Plus von 1,68 % entspricht. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier damit bereits einen deutlichen Wertzuwachs von 50,88 %.

Analysten wie Ruy Hungria von Empiricus Research erwarten für die bevorstehende Veröffentlichung der Ergebnisse zum zweiten Quartal 2026, dass Petrobras massiv von den hohen Ölpreisen profitieren wird. Während andere Sektoren in Brasilien unter hohen Zinsen und Ausfallraten leiden, gilt der Öl- und Gassektor als einer der wenigen Lichtblicke für die aktuelle Berichtssaison.

Raffinerie-Sparte als neuer Ergebnistreiber

Neben der reinen Rohölförderung rückt das Raffineriegeschäft von Petrobras verstärkt in den Mittelpunkt der Bewertung. Das Analysehaus BTG Pactual bezeichnet diesen Bereich in einer aktuellen Studie als potenziellen „Extra-Motor“ für den Cashflow des Unternehmens. Die sogenannten Crack Spreads – die Differenz zwischen Rohölpreisen und den Erlösen für veredelte Produkte – liegen derzeit deutlich über den historischen Durchschnittswerten.

Dies wird vor allem durch globale Unterinvestitionen in Raffineriekapazitäten, Sanktionen gegen Russland und die instabile Lage im Nahen Osten begünstigt. Petrobras ist hierfür strategisch gut aufgestellt, da der Konzern rund 70 % seiner eigenen Produktion, etwa 1,8 Millionen Barrel pro Tag, selbst raffiniert. Die Anlagen arbeiten laut BTG Pactual derzeit mit einer Kapazitätsauslastung von etwa 97 %. Die Experten von BTG Pactual haben daher eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 56 Real bis Ende 2027 ausgesprochen und kalkulieren mit einer Dividendenrendite von rund 8 %.

Großaufträge und operative Fortschritte

Auch auf der operativen Ebene meldet Petrobras Fortschritte. Berichten von Upstream zufolge steht das Unternehmen kurz davor, den Gewinner einer 600 Millionen US-Dollar schweren Ausschreibung für Subsea-Ausrüstung zu küren. Der Auftrag umfasst 32 Unterwasserbäume für Tiefseeprojekte. Parallel dazu wurde bekannt, dass der Industriedienstleister Vallourec einen umfangreichen Auftrag für das von Petrobras betriebene Atapu-2-Projekt im Santos-Becken erhalten hat. Vallourec soll dabei 143 Kilometer starre Steigleitungen und Fließlinien liefern.

Indes bleibt die Situation um die Beteiligung Braskem komplex. Gläubiger des in Schwierigkeiten geratenen Chemieunternehmens fordern im Rahmen von Schuldenrestrukturierungen direkte Verhandlungen mit Petrobras. Das Gericht hat eine 60-tägige Frist zur Mediation eingeräumt, während verschiedene Restrukturierungsvorschläge geprüft werden. Petrobras-CEO Magda Chambriard steuert das Unternehmen somit durch ein Umfeld, das einerseits von hohen operativen Margen im Kerngeschäft und andererseits von strategischen Herausforderungen im Beteiligungsportfolio geprägt ist.

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