Partners Group Aktie: AVK-Mehrheit und Aroma-Zone

Partners Group kauft Mehrheit an AVK Power Solutions und verhandelt exklusiv über Aroma-Zone. Die Aktie reagiert mit einem Plus von 2,28 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions
  • Exklusive Verhandlungen über Aroma-Zone
  • Aktie legt um 2,28 Prozent zu
  • Halbjahreszahlen am 1. September erwartet

Partners Group treibt seine Investitionstätigkeit in dieser Woche mit Nachdruck voran. Der Zuger Vermögensverwalter hat sich am Donnerstag eine Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions gesichert und ist zugleich in exklusive Verhandlungen über die Übernahme der französischen Naturkosmetikmarke Aroma-Zone eingetreten. Zwei Transaktionen an einem Tag – für die Aktie, die seit Monaten unter Druck stand, ist das ein Signal der Handlungsfähigkeit.

Stromversorgung für Rechenzentren im Fokus

Bei AVK Power Solutions handelt es sich um einen der größten und schnellst wachsenden Anbieter von Stromversorgungslösungen für Rechenzentren und KI-Infrastruktur in Europa. Partners Group will zunächst mehr als eine Milliarde US-Dollar Eigenkapital einbringen, ergänzt durch Fremdfinanzierung. Das bestehende Management von AVK bleibt mit einer Minderheitsbeteiligung an Bord. Der Deal reiht sich in eine Serie von Investitionen rund um das Ökosystem der Stromversorgung für Rechenzentren ein, die Partners Group zuletzt über sein viertes direktes Infrastrukturprogramm mit einem Volumen von mehr als 15 Milliarden US-Dollar getätigt hat. Dieses Vehikel ist laut Private Equity Wire bereits zu über 40 Prozent investiert. Kurz zuvor hatte das Unternehmen zudem ein Infrastruktur-Sekundärmarktprogramm mit über 5,5 Milliarden US-Dollar geschlossen.

Parallel dazu verhandelt Partners Group exklusiv mit Eurazeo über den Erwerb der Mehrheit an Aroma-Zone. Der bisherige Mehrheitseigner soll nach Abschluss der Transaktion eine bedeutende Minderheitsbeteiligung halten. Laut Financial Times dürfte der Deal einen Unternehmenswert von rund 2 Milliarden Euro haben. Besonders bemerkenswert: Partners Group finanziert Aroma-Zone bereits seit 2021 über sein Private-Credit-Geschäft und würde die Beteiligung nun über den Private-Equity-Bereich übernehmen – ein Wechsel der Kapitalstruktur innerhalb des eigenen Hauses.

Operative Fortschritte im Portfolio

Auch im laufenden Portfoliomanagement zeigt Partners Group Fortschritte. Beim US-Versicherungsbroker Foundation Risk Partners, einer Beteiligung des Konzerns, führte ein KI-Transformationsprogramm zu einer Margenverbesserung von 120 Basispunkten, was laut Unternehmensangaben einem finanziellen Effekt von 10 Millionen US-Dollar entspricht. Geliefert wurde das Programm vom ebenfalls zum Portfolio zählenden UK-Digitalisierungsspezialisten Version 1.

Die Deal-Aktivität fällt in eine Phase, in der das Kerngeschäft laut den Halbjahreszahlen für 2026 solide läuft. Die Kapitalzusagen von Kunden beliefen sich im ersten Semester auf 16,0 Milliarden US-Dollar, nach 12,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Ende Juni verwaltete Partners Group damit 186 Milliarden Dollar, nach 185 Milliarden Ende des vergangenen Jahres. Die Jahresprognose für Neugelder von 26 bis 32 Milliarden Dollar wurde bestätigt. Allerdings dämpfte das Unternehmen bereits Mitte Juli die Erwartungen an die Performanceerträge: Wegen geringerer Erträge bei reiferen Evergreen-Strategien dürfte deren Anteil an den Gesamteinnahmen im ersten Halbjahr unter 20 Prozent liegen, statt der mittel- bis langfristigen Zielspanne von 25 bis 40 Prozent. Für das zweite Halbjahr rechnet Partners Group zudem mit einer Wachstumsbremse beim verwalteten Vermögen von 1 bis 2 Prozent, ebenfalls bedingt durch die Evergreen-Fondsentwicklung. Die vollständigen Halbjahresergebnisse folgen am 1. September.

Aktie erholt sich von den Tiefs

An der Börse honorierten Anleger die Nachrichtenlage. Die Aktie schloss am Freitag bei 788,60 Euro und legte damit 2,28 Prozent zu. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.240,00 Euro, das Anfang September vergangenen Jahres markiert wurde, trennt das Papier aber weiterhin ein Rückstand von 36,40 Prozent. Die Kurskrise begann mit der sogenannten Grizzly-Attacke Ende April, in deren Folge Insider, darunter die Firmengründer, in mehreren Tranchen eigene Aktien zukauften – Medienberichten zufolge summierten sich diese Käufe bis Ende Juli auf rund 67 Millionen Schweizer Franken. Ob die jüngste Übernahmedynamik ausreicht, das verlorene Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückzugewinnen, dürfte sich spätestens mit den Halbjahreszahlen am 1. September zeigen.

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