OMV: Raffinerie-Marge auf 20,33 Dollar

OMV profitiert von starken Raffinerie-Margen und der neuen Chemie-Allianz Borouge. Die Aussicht auf höhere Dividenden stützt den Aktienkurs.

Auf einen Blick:
  • Raffinerie-Margen steigen deutlich
  • Neue Chemie-Allianz Borouge gegründet
  • Dividendenpolitik grundlegend reformiert
  • Rechtsstreit mit Gazprom belastet

Omv klopft zum Wochenstart an die Marke von 60 Euro. Mit einem Plus von 23,50 Prozent seit Jahresbeginn nähert sich das Papier seinem bisherigen Jahreshoch. Der Wiener Energiekonzern profitiert dabei von einer starken Erholung im Chemiegeschäft.

Raffinerien laufen auf Hochtouren

Ein massiver Sprung bei den Raffinerie-Margen treibt die positive Stimmung an. Diese kletterten im zweiten Quartal von 13,88 auf 20,33 US-Dollar je Barrel. Die Auslastung der Anlagen stieg parallel dazu auf 90 Prozent.

Diese operativen Erfolge kompensieren derzeit saisonale Schwächen im Gasgeschäft. Steigende Preise für chemische Grundstoffe wie Olefine stützen die Erwartungen zusätzlich. Marktbeobachter blicken nun auf die Bilanz im Juli.

Neue Strategie bringt Dividenden-Fantasie

Im Zentrum steht der neue Chemie-Riese Borouge Group International. OMV kontrolliert das Unternehmen gemeinsam mit der ADNOC-Tochter XRG. Durch den Zusammenschluss entstand der weltweit viertgrößte Produzent von Polyolefinen.

Dieses Bündnis verändert die Ausschüttungspolitik grundlegend. Ab dem Geschäftsjahr 2026 fließen 50 Prozent der BGI-Dividenden an die OMV-Aktionäre. Hinzu kommen 20 bis 30 Prozent des Cashflows aus dem restlichen operativen Geschäft.

Die erste Auszahlung nach diesem Modell ist voraussichtlich für das Jahr 2027 geplant.

Gas-Wachstum und russische Drohgebärden

Offshore-Projekte sichern die langfristige Versorgung. Beim Großprojekt Neptun Deep im Schwarzen Meer schreiten die Arbeiten voran. Eine 160 Kilometer lange Pipeline soll ab 2027 Gas an die Küste liefern.

Allerdings trübt ein Rechtsstreit in Russland das Bild. Ein Gericht in St. Petersburg untersagte der OMV internationale Schiedsverfahren gegen Gazprom. Bei Verstößen drohen dem Konzern Strafen in dreistelliger Millionenhöhe. Dies erschwert Entschädigungsforderungen für vergangene Lieferausfälle erheblich.

Charttechnik im Blick

Aktuell notiert die Aktie bei 59,75 Euro und damit knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Der Relative-Stärke-Index liegt mit 60,9 im neutralen Bereich.

Dies lässt Spielraum für einen Angriff auf das bisherige Jahreshoch von 64,40 Euro. Die detaillierten Finanzergebnisse für das erste Halbjahr folgen am Monatsende.

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