Starke Raffineriemargen, hohe Öl- und Gaspreise: Omv hat das dritte Quartal 2026 mit einem kräftigen Gewinnsprung abgeschlossen. Das bereinigte CCS-Betriebsergebnis stieg um 68 Prozent auf 2,12 Milliarden Euro. Die Chemiesparte bremst dagegen.
Fuels und Energy liefern
Größter Treiber war das Raffineriegeschäft. Der Bereich Fuels steigerte sein bereinigtes CCS-Ergebnis von 413 Millionen auf 1,124 Milliarden Euro. Die europäische Referenzmarge verdreifachte sich auf 37,50 Dollar je Barrel, nachdem der Konflikt im Nahen Osten und die teilweise Sperrung der Straße von Hormus das Angebot an Raffinerieprodukten verknappt hatten. Das Tankstellengeschäft litt hingegen unter schwächeren Kraftstoffmargen.
Auch Energy legte um 51 Prozent auf 936 Millionen Euro zu. Positive Markteffekte von 515 Millionen Euro durch höhere realisierte Preise glichen geringere Verkaufsmengen mehr als aus. Die Förderung lag bei 294 kboe/d, verkauft wurden wegen ausgebliebener Liftings im Nahen Osten nur 225 kboe/d, nach 306 kboe/d im Vorjahresquartal.
Unter dem Strich blieb den Aktionären ein bereinigter CCS-Überschuss von 1,153 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie lag bei 3,54 Euro.
Chemicals als Schwachpunkt
Das Chemiegeschäft fiel von 222 auf 63 Millionen Euro. Das Basischemikaliengeschäft verbesserte sich dank höherer Olefin-Margen, die Steamcracker liefen zu 82 Prozent ausgelastet. Der Beitrag von Borouge International schrumpfte jedoch auf 16 Millionen Euro, weil die Preise an den Olefin- und Polyolefinmärkten nach dem Engpass im zweiten Quartal breit korrigierten. CEO Emma Delaney verwies zudem auf den geänderten Konsolidierungsumfang.
Der operative Cashflow erreichte 2,20 Milliarden Euro und hat sich damit mehr als verdoppelt. Die Nettoverschuldung betrug 4,4 Milliarden Euro, der Verschuldungsgrad 17 Prozent.
Prognose angehoben
Der Konzern passt seine Annahmen für 2026 an. Er rechnet nun mit einem Brent-Preis von über 95 Dollar je Barrel, zuvor waren 85 bis 95 Dollar unterstellt.
Die europäische Raffineriemarge soll bei rund 25 Dollar liegen, bisher waren es 20 Dollar. Die Produktion erwartet OMV bei rund 290 kboe/d, vorbehaltlich der geopolitischen Entwicklung.
Die organischen Investitionen steigen leicht auf rund 3,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis hängt damit weiter stark an Margen, die der Nahost-Konflikt treibt. Sollten sich Angebotsengpässe lösen, wären gerade die Raffinerieerträge exponiert.
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