OMV: 450-Millionen-Darlehen von der EIB

OMV sichert sich 450 Millionen Euro von der EIB für den Bau einer großen Wasserstoffanlage in Niederösterreich zur Dekarbonisierung der Raffinerie Schwechat.

Auf einen Blick:
  • 450 Millionen Euro Kredit von der EIB
  • Bau einer 140-Megawatt-Wasserstoffanlage
  • Jährliche CO2-Reduktion um 150.000 Tonnen
  • Inbetriebnahme für Ende 2027 geplant

Der österreichische Energie- und Chemiekonzern OMV hat einen wesentlichen Finanzierungsschritt für seine Pläne zur Dekarbonisierung vollzogen. Wie das Unternehmen und die Europäische Investitionsbank (EIB) am Montag mitteilten, erhält OMV ein Darlehen in Höhe von 450 Millionen Euro. Die Mittel fließen in den Bau einer Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff am Standort Bruck an der Leitha in Niederösterreich.

Finanzierung und Partnerschaften für die Energiewende

Das Vorhaben ist als Joint Venture strukturiert, an dem OMV einen Anteil von 51 Prozent hält, während das Unternehmen Masdar aus Abu Dhabi mit 49 Prozent beteiligt ist. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 600 Millionen Euro. Neben dem Kredit der EIB wird das Projekt zusätzlich durch die Republik Österreich mit Förderungen von bis zu 123 Millionen Euro unterstützt. An der OMV selbst hält der Konzern ADNOC eine Beteiligung von 24,9 Prozent.

Die geplante Anlage soll eine Kapazität von 140 Megawatt erreichen und Siemens Energy PEM-Elektrolyseure nutzen. Nach der für Ende 2027 geplanten Inbetriebnahme soll das Werk jährlich bis zu 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Dieser wird über eine neu zu errichtende, 22 Kilometer lange Pipeline direkt zur Raffinerie Schwechat transportiert. Laut OTS.at befindet sich das Projekt bereits im Bau; die finale Investitionsentscheidung (FID) wurde im Mai 2025 getroffen.

Dekarbonisierung der Raffinerie Schwechat

Das Hauptziel der neuen Anlage ist die industrielle Nutzung des Wasserstoffs zur Senkung der Emissionen in der Raffinerie Schwechat. Durch den Einsatz des im Burgenland produzierten grünen Wasserstoffs erwartet OMV eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um rund 150.000 Tonnen pro Jahr. Dies entspricht etwa 10 Prozent der direkten Emissionen der Raffinerie.

Das Vorhaben ist ein zentraler Baustein der OMV-Strategie 2030. Diese sieht vor, die Produktion erneuerbarer Kraftstoffe auf 900.000 Tonnen pro Jahr zu steigern und bis zum Jahr 2050 eine Netto-Null-Emission zu erreichen. Wie der Branchendienst Energie & Management berichtet, markiert dieser Elektrolyseur eines der größten Projekte dieser Art in Europa.

Aktuelle Marktdaten und Kursentwicklung

An der Börse zeigte die Omv-Aktie zuletzt eine positive Tendenz und verzeichnete seit Jahresbeginn ein Plus von 26,91 Prozent. Am Montag ging das Papier mit einem Schlusskurs von 61,40 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Wert aktuell etwa 4,66 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 64,40 Euro, das am 19. Mai 2026 erreicht wurde.

Vom 52-Wochen-Tief bei 43,42 Euro hat sich der Kurs mit einem Abstand von 41,41 Prozent deutlich abgesetzt. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf 19,53 Milliarden Euro. Mit einem 14-Tage-RSI von 66,7 und einem Kurs über dem 200-Tage-Durchschnitt von 53,74 Euro bleibt die Aktie im Fokus der Anleger, während die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage bei 36,52 Prozent liegt.

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