Während der Wiener Aktienmarkt neue Rekorde feiert, stürzt der größte heimische Ölkonzern ab. Ein überraschender Deal zwischen den USA und dem Iran zieht den Ölpreis massiv nach unten. Die OMV spürt diese geopolitische Wende sofort.
Talfahrt im Rekordmarkt
Am Montag verkündete die US-Regierung ein Rahmenabkommen mit Teheran. Die strategisch wichtige Straße von Hormus öffnet sich wieder. Parallel dazu heben die USA ihre Seeblockade gegen iranische Häfen auf. Die offizielle Unterzeichnung in der Schweiz folgt am Freitag.
Die Rohstoffmärkte reagierten prompt. Die Preise für Brent und WTI brachen zeitweise um rund fünf Prozent ein. Aktuell notiert Brent bei knapp 83 US-Dollar je Barrel. Das drückt schwer auf die Margen der Förderunternehmen.
Im Sog der fallenden Ölpreise sackte die Omv-Aktie auf 55,30 Euro ab. Damit verlor das Papier auf Monatssicht fast 13 Prozent an Wert. Der Relative-Stärke-Index nähert sich mit knapp 31 Punkten der überverkauften Zone.
Das Bild am heimischen Aktienmarkt könnte kaum gegensätzlicher sein. Der Leitindex ATX kletterte um 2,6 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Die Folge: Anleger rotieren aktuell massiv. Sie verkaufen Energieaktien und greifen bei Technologiewerten zu.
Rückkehr des iranischen Öls
Analysten von Morgan Stanley blicken bereits in die Zukunft. Sie erwarten eine rasche Erholung der iranischen Ölproduktion. Bis September dürfte das Land die Hälfte seiner Kapazitäten wiederherstellen. Bis Dezember könnten es sogar 80 Prozent sein.
Das zusätzliche Angebot trifft auf einen angespannten Markt. Die strategischen Ölreserven der USA fielen im Juni auf 340,3 Millionen Barrel. Das markiert den niedrigsten Stand seit Juli 1983. Die massiven Freigaben im Frühjahr lassen Washington nun kaum noch Spielraum für Eingriffe.
Für die OMV-Aktie bleibt das Umfeld extrem volatil. Erste iranische Schiffe passieren bereits den Golf von Oman. Am Freitag steht die formelle Unterzeichnung des Abkommens an. Zuvor entscheidet die US-Notenbank am Mittwoch über die Leitzinsen. Sinkt die Inflation durch billigeres Öl, könnte die Fed ihre Geldpolitik zügiger lockern.
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