Nordex blickt auf ein bisher erfolgreiches Börsenjahr mit einem Plus von 37 Prozent seit Januar zurück. Allerdings trübt sich die Stimmung kurz vor der Veröffentlichung der Halbjahresbilanz ein. Politische Unwägbarkeiten im deutschen Heimatmarkt belasten derzeit das Vertrauen der Investoren.
Der Bundesverband WindEnergie (BWE) meldete für das erste Halbjahr 2026 einen deutlichen Zubau. Neue Anlagen mit einer Leistung von 2.363 Megawatt gingen in Deutschland ans Netz. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von sieben Prozent.
Parallel dazu warnt der Verband vor einem drohenden Ausbaustopp. Hintergrund sind aktuelle Gesetzentwürfe zum Netzanschluss und eine geplante EEG-Novelle. Die Branche fordert dringend investitionssichere Rahmenbedingungen. Fehlen diese, geraten die ambitionierten Ausbauziele der Bundesregierung in Gefahr. Insgesamt sind bundesweit bereits Anlagen mit einer Gesamtleistung von siebzig Gigawatt am Netz.
International nimmt der Wettbewerbsdruck ebenfalls zu. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert eine Verschiebung bei den Erneuerbaren. Photovoltaik wird die Windkraft voraussichtlich noch 2026 als weltweit zweitgrößte Stromquelle ablösen. Für Nordex rückt die eigene Profitabilität damit noch stärker in den Mittelpunkt.
Ende Juli präsentiert der Konzern seinen vollständigen Finanzbericht für das erste Halbjahr. Nach hohen Auftragseingängen im zweiten Quartal liegt der Fokus nun auf der operativen Marge. 16 Analysten trauen dem Papier im Schnitt ein Kursziel von 48,00 Euro zu.
Derzeit notiert die Aktie bei knapp 40 Euro. Charttechnisch stützt der 200-Tage-Durchschnitt bei 37,07 Euro das Papier nach unten ab. Die Bilanzvorlage Ende Juli liefert die nächsten Impulse für den weiteren Trend.
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