Das US-Energieministerium hat die Darlehensvereinbarung über bis zu 1,9 Milliarden US-Dollar für die Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerks Duane Arnold abgeschlossen. Für den US-Versorger NextEra Energy markiert der Vollzug der staatlichen Finanzierung einen zentralen Schritt, um stillgelegte CO2-freie Grundlastkapazitäten wieder ans Netz zu bringen.
Den Großteil des künftig erzeugten Stroms hat sich Google über einen Liefervertrag mit einer Laufzeit von 25 Jahren gesichert, um den Energiehunger moderner Rechenzentren zu decken.
Am Aktienmarkt sorgt die Bestätigung der Großfinanzierung für Rückenwind. Im Handel notiert das Papier von NextEra Energy heute bei 72,66 Euro, was einem Kursplus von 2,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag bei 70,88 Euro entspricht.
Reaktivierung erfordert umfassenden Neuaufbau
Die Anlage im Bundesstaat Iowa mit einer Kapazität von 615 Megawatt war im Jahr 2020 stillgelegt worden. Da wichtige Komponenten wie Kühltürme, Transformatoren und Leitungen nach der Abschaltung bereits demontiert wurden, fällt der Wiederanlauf technisch aufwendig aus.
Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf rund 3.090 US-Dollar je Kilowatt. Das ist der höchste Satz unter den derzeit in den Vereinigten Staaten verfolgten nuklearen Reaktivierungsprojekten.
NextEra peilt die Rückkehr an das Netz für das erste Quartal 2029 an. Eine zwingende Voraussetzung bleibt allerdings die Genehmigung durch die US-Nuklearaufsichtsbehörde NRC, deren Lizenzierungsverfahren noch durchlaufen werden muss.
Für die regionale Wirtschaft in Iowa stellt das Vorhaben erhebliche Impulse in Aussicht: Prognosen beziffern den wirtschaftlichen Gesamtnutzen über eine Zeitspanne von 25 Jahren auf mehr als 9 Milliarden US-Dollar. Neben rund 1.500 Stellen in der Bauphase sollen dauerhaft über 400 Arbeitsplätze entstehen.
Massiver Ausbau konventioneller Erzeugungskapazitäten
Der Vorstoß bei Duane Arnold fügt sich in die umfassende Expansion des Konzerns ein, der gezielt auf den steigenden Strombedarf von Technologieunternehmen und industriellen Abnehmern setzt.
Parallel zur nuklearen Wiederinbetriebnahme treibt das Unternehmen Großprojekte im konventionellen Bereich voran. Dazu zählt das East Riverside Energy Center in Pennsylvania, ein auf 17 Milliarden US-Dollar taxierter Gaskraftwerk-Hub mit einer geplanten Leistung von 4,3 Gigawatt.
Zusätzliche Umbrüche stehen dem Versorger auf Unternehmensebene bevor. Neben den Einzelprojekten läuft die Prüfung des milliardenschweren Zusammenschlusses mit Dominion Energy weiter, der die größte Erzeugungsflotte der USA schaffen soll.
Die zuständige Aufsichtsbehörde in Virginia analysiert die geplante Fusion gegenwärtig, wobei eine Entscheidung für Anfang Januar 2027 erwartet wird. Die gesicherte Finanzierung für den Reaktorneustart in Iowa zeigt nun vorab, dass NextEra bei der Bereitstellung langfristiger Kapazitäten für Cloud- und KI-Infrastrukturen operativ Fakten schafft.
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