Wenn am Persischen Golf die Waffen wieder lauter werden, spüren das auch deutsche Staatsanleihen. Der Bund-Future startet mit Verlusten in die Woche — und der Auslöser liegt weit weg von Frankfurt, nämlich an den Ölmärkten.
Die Eskalation im Mittleren Osten treibt die Öl- und Gaspreise nach oben. Das schürt neue Inflationssorgen und damit Spekulationen auf steigende Zinsen. Genau diese Kombination setzt Rentenpapiere unter Druck, denn höhere Inflationserwartungen mindern den Wert festverzinslicher Anleihen.
Verluste auf breiter Front
Der September-Kontrakt des Bund-Futures verliert im Morgenhandel 17 Ticks auf 125,38 Prozent, nach einem Tageshoch von 125,42 Prozent und einem Tagestief bei 125,20 Prozent. Bereits im Frühhandel hatte der Kontrakt zeitweise deutlicher nachgegeben. Bislang wurden gut 41.800 Kontrakte umgesetzt.
Die Schwäche beschränkt sich nicht auf den Bund-Future allein. Der Buxl-Future fällt um 8 Ticks auf 107,14 Prozent, der Bobl-Future gibt um 13 Ticks auf 114,39 Prozent nach. Damit setzt sich ein Muster fort, das bereits die Vorwoche geprägt hatte — auch wenn sich die Lage zum Wochenschluss zunächst noch einmal entspannt hatte und Bund-Future sowie DAX freundlich aus der Woche gegangen waren.
Blick auf US-Daten
Der Euro zeigte sich zum Dollar zuletzt wenig verändert, während an den Aktienmärkten zeitweise ebenfalls Nachgeben zu beobachten war. Der Wochenauftakt selbst bleibt aus Datensicht impulsarm — der Kalender ist heute nahezu leer.
Das ändert sich im Laufe der Woche. Die USA liefern mit Verbraucherpreisen, aktuellen Stimmungsbarometern und Zahlen zur Industrieproduktion mehrere Datenpunkte, die die Zinserwartungen neu justieren könnten. Bleiben die Energiepreise auf dem aktuell erhöhten Niveau, dürfte der Inflationsdruck auf der Agenda bleiben — und damit auch der Gegenwind für den Bund-Future.
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