Newmont Mining ist heute um 2,2 Prozent gestiegen. Auslöser war eine breite Rally im Goldsektor, nachdem das US-Finanzministerium am Mittwoch angekündigt hatte, seine Liquiditätsstützungs-Rückkäufe für Anleihen im Laufzeitsegment zehn bis 30 Jahre mindestens zu verdoppeln. Die Aussicht auf sinkende langfristige Renditen beflügelte Goldminenwerte branchenweit, der VanEck Gold Miners ETF legte um 8,8 Prozent zu.
Für Newmont trifft die Marktbewegung auf eine Woche mit mehreren unternehmensspezifischen Entwicklungen, die das Bild eines Konzerns zeichnen, der seine Strukturen ordnet und gleichzeitig operativ liefert.
Nevada-Streit endgültig beigelegt
Im Zentrum steht die Einigung mit Barrick Mining über das gemeinsame Nevada-Gold-Mines-Joint-Venture. Newmont zahlt an Barrick 1,95 Milliarden US-Dollar in bar und bringt damit bislang ausgeschlossene Liegenschaften in die Partnerschaft ein.
Zugleich werden alle offenen Streitpunkte beigelegt, die Führungsstruktur modernisiert und Newmonts Zustimmung zu Barricks geplantem Börsengang gesichert. Konkret werden Barricks Fourmile-Projekt sowie Newmonts Fiberline- und Mike-Projekte Teil von Nevada Gold Mines. Die Zahlung muss laut der Mitteilung des Unternehmens innerhalb von 30 Tagen erfolgen.
Parallel dazu trennt sich Newmont von einem unentwickelten Goldprojekt: Der kanadische Bergbaukonzern StrikePoint Gold übernimmt es für 70 Millionen US-Dollar, hinzu kommt eine an künftige Meilensteine gekoppelte Zahlung von bis zu 50 Millionen US-Dollar. Solche Verkäufe passen zur Linie des Managements, das Portfolio auf Kernprojekte zu konzentrieren.
Board-Verstärkung mit BHP-Erfahrung
Zum 1. September 2026 zieht Peter Beaven in den Newmont-Vorstand ein und übernimmt einen Sitz im Prüfungsausschuss. Beaven war von 2015 bis 2021 Group Chief Financial Officer von BHP und verantwortete dort die globale Finanzfunktion einschließlich Strategie, Fusionen und Übernahmen, Kapitalallokation, Risikomanagement und Investor Relations. Seine Erfahrung aus einem der größten Bergbaukonzerne der Welt dürfte bei den anstehenden Kapitalallokationsentscheidungen Gewicht haben.
Operative Basis bleibt stark
Fundament für die aktuelle Kursstärke bildet auch das zweite Quartal. Newmont produzierte rund 1,3 Millionen Feinunzen Gold sowie 17.000 Tonnen Kupfer und 7 Millionen Unzen Silber und bestätigte damit den Kurs zur Jahresprognose von 5,3 Millionen Feinunzen Gold. Der freie Cashflow erreichte mit 2,2 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert für ein zweites Quartal.
Der Nettogewinn lag ebenfalls bei 2,2 Milliarden US-Dollar, das bereinigte EBITDA bei 3,8 Milliarden US-Dollar. Newmont schüttete im Quartal 1,9 Milliarden US-Dollar über Dividenden und laufende Aktienrückkäufe an die Anteilseigner aus und erklärte eine Quartalsdividende von 0,26 US-Dollar je Aktie mit Ex-Tag am 3. September. Die nächsten Quartalszahlen sind für den 22. Oktober angekündigt.
Der Kurs notiert nun bei 112,00 Euro und damit 3,3 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 115,88 Euro, das erst Anfang März erreicht wurde. Die operative Stärke, die finanziell geordnete Nevada-Lösung und der günstige Zinsausblick liefern damit gleich mehrere Gründe für die anhaltende Nähe zu den Jahreshochs.
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