Eine Wettplattform für Sportergebnisse und Wahlausgänge greift jetzt nach dem Kerngeschäft der großen Börsenbetreiber. Kalshi will seine unbefristeten Terminkontrakte auf Gold, Devisen und Energie ausweiten — Märkte, die traditionell fest in der Hand von Nasdaq, CME und Intercontinental Exchange liegen. Die Aktie von Nasdaq reagierte mit einem Kursrückgang von 2,36 Prozent auf 84,39 Dollar.
Perpetuals ohne Ablaufdatum
Sogenannte Perpetual Futures unterscheiden sich von klassischen Terminkontrakten durch einen entscheidenden Punkt: Sie laufen nie aus. Anleger können Positionen theoretisch unbegrenzt halten, ohne sie zu rollen oder zu schließen. Kalshi hatte im Mai die ersten US-Krypto-Perpetuals gestartet, nachdem die Aufsichtsbehörde CFTC den Weg dafür freigemacht hatte — nun laufen nach Angaben eines Kalshi-Managers bereits fortgeschrittene Gespräche über eine Ausweitung auf Devisen, Energie und vor allem Gold, das laut dem Unternehmen bei Privatanlegern besonders gefragt sei.
Seit dem Start summierte sich das Handelsvolumen dieser Kontrakte auf der Plattform bereits auf 16,1 Milliarden Dollar. Die Aussicht auf eine Ausweitung in weitere Anlageklassen sorgte bei den etablierten Terminbörsen für Nervosität — neben Nasdaq gerieten auch CME, Cboe und ICE unter Druck. Der scheidende CME-Chef Terry Duffy hatte die neuen Produkte bereits im Juni scharf kritisiert und vor einer „Katastrophe“ gewarnt. Sein Unternehmen verklagt inzwischen die CFTC und deren Vorsitzenden wegen der Zulassung der Kontrakte bei Kalshi und Coinbase — ein Schritt, den Marktbeobachter als Versuch werten, die eigene Marktstellung zu verteidigen.
Operatives Geschäft läuft parallel weiter
Unabhängig von der neuen Konkurrenz veröffentlichte Nasdaq am Mittwochabend seine Handelsvolumina für Juni sowie Quartalskennzahlen für das zweite Quartal 2026, darunter Angaben zu Notierungen und Indexstatistiken. Das operative Geschäft läuft also unbeeindruckt weiter, während sich die regulatorische Debatte um die neuen Konkurrenzprodukte zuspitzt.
Die CFTC sammelt aktuell öffentliche Stellungnahmen zur möglichen Ausweitung von Perpetual Futures auf lagerfähige Energierohstoffe wie Rohöl. Fällt die Entscheidung zugunsten von Kalshi aus, dürfte der Wettbewerbsdruck auf etablierte Terminbörsen wie Nasdaq weiter zunehmen.
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